Cloppenburg - Energisch ist Dr. Julia Schulte to Bühne, Direktorin des Museumsdorfs, in Cloppenburg kursierenden Gerüchten entgegengetreten, dass das Niedersächsische Freilichtmuseum die Gartenpartie am Himmelfahrtswochenende abschaffen wolle. „Natürlich wird es 2022 eine Gartenpartie geben. Wir überarbeiten derzeit nur das Konzept“, sagte die Museumsleiterin am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion.
Bis zu 50 000 Besucher
Alljährlich locken mehr als 100 Aussteller bis zu 50 000 Besucher zu einer bunten Mischung aus Pflanzenständen, Kleinkunst, Mode und Musik. An vier Tagen fährt das Museumsdorf so annähernd 20 Prozent seines jährlichen Besucheraufkommens ein. Die Gartenpartie sorgt entscheidend mit dafür, dass das Museumsdorf Cloppenburg das meistbesuchte in Niedersachsen ist und dass die Museumschefin beim Hauptgeldgeber – dem Land Niedersachsen – alljährlich gute Gästezahlen präsentieren kann.
„Ich wäre eine schlechte Museumschefin, wenn wir vor dem Hintergrund der Corona- Pandemie alles so lassen würden, wie es ist“, so Schulte to Bühne. Es sei eher unwahrscheinlich, dass man im kommenden Jahr die Gartenpartie durchführen könne wie bislang: Dicht gedrängte Menschenmassen müssten wohl auch 2022 vermieden werden. Deshalb sei es möglich, dass das Gartenpartie-Areal auf weitere Flächen des Museumsdorf-Geländes ausgedehnt werde. Zugleich werde – so Schulte to Bühne – auch über eine zeitliche Ausdehnung über die gewohnten vier Tage hinaus nachgedacht.
Mehr Zeit, so die Museumschefin, könnten auch zwei weitere Großveranstaltungen – die Erntedankveranstaltung „Mahlzeit“ und der Nikolausmarkt – bekommen. Letzterer könnte dann an zwei Wochenenden laufen, um in den historischen Häusern mehr Abstand zwischen den Besuchern zu bekommen. Veranstaltungen zu streichen, sei überhaupt nicht der Plan. Im Gegenteil: Man sei dabei – so Schulte to Bühne – weitere und neue Konzepte auch im Hinblick auf die 100-Jahr-Feier im kommenden Jahr zu entwickeln.
Ab Mittwoch offen
Sollte die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 100 bleiben, will das Museumsdorf am kommenden Mittwoch, 26. Mai, wieder öffnen. Täglich dürften sich dann bis zu 1250 Menschen gleichzeitig auf dem weitläufigen Museumsgelände aufhalten. In diesem Zusammenhang dementierte Schulte to Bühne ein weiteres Gerücht, nach dem die Nebeneingänge an der Hagenstraße und an der Museumstraße dauerhaft geschlossen werden sollten. „Wir haben gerade die Brücke über den stadtnahen Eingang erneuert“, berichtete Schulte to Bühne. Warum solle man dann den Eingang beim Soestebad dauerhaft schließen? Wegen des geringeren Besucheraufkommens während der Pandemie-Monate seien die Eingänge nicht geöffnet gewesen. Dort extra Personal hinzusetzen, sei betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen.
