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Nwz-Redakteur Berichtet Wie sich ein Coronatest wirklich anfühlt

Cloppenburg - Den Flug nach Palma und das Appartement im kleinen Hafenörtchen Cala Figuera auf Mallorca habe ich bereits im Herbst vergangenen Jahres ohne Stornomöglichkeiten gebucht – da wusste ich nicht einmal, wie Corona überhaupt geschrieben wird. Einerseits ist Mallorca kein Risikogebiet (inzwischen seit Freitag nicht mehr so), andererseits werden an der Ostsee die Strände gesperrt, weil es zu voll ist. Ich entschließe mich, die Reise anzutreten.

Steigende Zahlen

Zurück in Cloppenburg höre ich von steigenden Corona-Zahlen: Vor allem die Reiserückkehrer aus Risikoländern sollen dafür verantwortlich sein, erklärt der Landkreis. Da kommt mir das Angebot der Kreisverwaltung gerade recht: Es werden im reaktivierten Testcenter nicht nur Rückkehrer aus Risikoländern kostenlos getestet, sondern generell alle Bürger, die von einer Auslandslandreise zurückkehren. Ich melde melde mich über das Bürgertelefon und mache – zu diesem Zeitpunkt freiwillig – einen Termin...

Tiefer Abstrich

... An diesem Morgen ist es gegen 10.40 Uhr ruhig im Cloppenburger Testzentrum: Doris Hellmann, Ärztin des Gesundheitsamts, erwartet mich bereits. Was die Testprozedur anbelangt, redet sie nicht lange um den heißen Brei herum: Bei Erwachsenen werde ein tiefer Nasen-Rachen-Abstrich genommen. Dafür wird ein Wattestäbchen rund zehn Zentimeter durch die Nase eingeführt – und zwar zur Rachenhinterwand, die sich zwischen „dem Dach des Mundes und dem Boden der Nase“ befindet. Wenn sie, so Hellmann, dann einen elastischen Widerstand spüre, in etwa so, wenn man auf eine Handfläche drückt, weiß sie, dass sie „angekommen“ ist.

Tränen in den Augen

Da hat mir Hellmann nicht zu viel versprochen: Deutlich spüre ich, wie sich das elastische Plastikstäbchen langsam den Weg zum Ziel bahnt, allmählich schießen mir, ohne dass ich das steuern kann, die Tränen in die Augen. „Eine ganz normale Reaktion“, sagt Hellmann später.

Die ganze Prozedur ist nicht angenehm – dauert aber keine 60 Sekunden. Und es ist vergleichsweise eine einfache Übung, wenn damit eine Verbreitung des Virus unter Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen – die dadurch vielleicht in Lebensgefahr gebracht werden – vermieden werden kann.

Minimum 48 Stunden

Inzwischen hat Hellmann das Stäbchen abgebrochen und das so genannte Abstrichmedium – im Prinzip den Wattebausch – in eine Flüssigkeit in einem Röhrchen überführt. Das Ganze wird mit einem Barcode versehen. So weiß das Laves in Oldenburg, das den Abstrich untersucht, dass es sich um meine Probe handelt. Mindestens 48 Stunden gehen nun ins Land: Wenn eine Testperson positiv ist, bekommt sie einen Anruf, ist das Ergebnis negativ, wird es per Post übermittelt.

Kindern und Jugendlichen wird kein Stäbchen durch die Nase geschoben, es reicht ein Abstrich, der durch den Mund genommen wird. Aber auch hier geht es tief in den Rachen. Neulich habe sie, so Hellmann, die Mutter eines Einjährigen gebeten, das Kind eng umschlungen auf den Schoß zu nehmen. „Ich habe mit dem süßen Fratz geflirtet, dann ganz schnell gemacht und hinterher tüchtig gelobt.“

...Einige Tage später. Ich bekomme Post vom Laves: „Ergebnis: SARS-CoV-2–RNA (PCR) nicht nachgewiesen“ heißt es da. Ein gutes Gefühl.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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