Cloppenburg - Die katholische Oberschule Marienschule Cloppenburg soll für rund 1,9 Millionen Euro erweitert werden. Dafür sollen sechs Klassen- und drei Gruppenräume an das Gebäude an den Wallgärten 20 angebaut werden, teilte der Vorstand der bischöflichen Schulstiftung St. Benedikt (Vechta), Uwe Kathmann, am Donnerstagabend im städtischen Schulausschuss mit.

Die Marienschule mit ihrem Ganztagsschulkonzept erfreut sich in Cloppenburg und Umgebung immer noch wachsender Beliebtheit. 598 Mädchen und Jungen besuchen die Einrichtung zurzeit bereits. Inzwischen sind bereits vier Jahrgänge vierzügig – das heißt, dass in vier Klassen unterrichtet wird. Die derzeitigen Raumkapazitäten in der Schule reichen schon länger nicht mehr aus. Einige Fachräume sind bereits in Klassenräume umgewandelt worden. Darüber hinaus nutzt die Marienschule bereits zwei Klassenzimmer in der benachbarten Grundschule Wallschule. „Die Maßnahme ist dringend. Es hat bereits – zu Recht – einige Beschwerden der Eltern gegeben“, erklärte Kathmann.

70 Prozent der Marienschüler kommen aus der Stadt Cloppenburg. Für diese beantragt das Bischöflich-Münstersche Offizialat (BMO) einen 50-prozentigen Zuschuss in Höhe von 666 400 Euro. Die restlichen 1,23 Millionen Euro trägt das BMO genauso wie die Kosten für die Ausstattung. Die Bauzeit soll bei anderthalb Jahren liegen.

Mit zwölf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen befürwortete der Schulausschuss die vom BMO beantragte Baumaßnahme. Darüber hinaus wurde die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob für den städtischen Anteil eine Refinanzierung über die Kreisschulbaukasse erfolgen kann. Dies sei bislang mit dem Kreis noch nicht abschließend geklärt, sagte Stadträtin Petra Gerlach auf Nachfrage von Ausschussmitglied Stefan Riesenbeck (SPD).

Der Vertreter der Lehrerschaft im Schulausschuss, Ingo Götting (Rektor St.-Andreas-Grundschule), wies darauf hin, dass die städtischen Oberschulen Pingel Anton und Johann Comenius in deren Vierzügigkeit durch das erweiterte Angebot der kirchlichen Marienschule nicht gefährdet werden dürften. Stadträtin Gerlach erklärte daraufhin, dass alle drei Oberschulen auch künftig jeweils ein Drittel der Schüler bekommen sollten. An dieser Regelung solle nicht gerüttelt werden.

An der Marienschule müssen laut Satzung des BMO mindestens 70 Prozent der Schüler katholisch sein. Dieser Anteil könnte sich in den kommenden Jahren auch schnell Richtung 100 Prozent steigern, wenn die Vierzügigkeit erst einmal etabliert sei – die Annahme wurde am Donnerstagabend auch im Ausschuss geäußert.

Diese wollte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) nicht teilen. Die Bevölkerungsstruktur in Cloppenburg verändere sich weiterhin so nachhaltig, dass in einigen Jahren vielleicht noch 70 Prozent Christen – und nicht nur Katholiken – auf die Marienschule gingen.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland