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Umweltschutz im Kreis Cloppenburg Was passiert mit alten, fast vergessenen Müll-Deponien?


Auf dieser Fläche in den Bührener Tannen soll sich nach den Erinnerungen des früheren Cloppenburger Ratsherrn Rolf Bornemann eine vor Jahren stillgelegte Hausmülldeponie befinden.

Auf dieser Fläche in den Bührener Tannen soll sich nach den Erinnerungen des früheren Cloppenburger Ratsherrn Rolf Bornemann eine vor Jahren stillgelegte Hausmülldeponie befinden.

Cloppenburg - Abfallentsorgung ist heutzutage für jeden Bürger – abgesehen von ein paar schwarzen Schafen – eine klar geregelte Sache. Seit vielen Jahren gibt es im gesamten Landkreis Cloppenburg nur noch eine zentrale Hausmülldeponie – und zwar die in Sedelsberg. Die in Stapelfeld ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb und vor einigen Jahren für rund zehn Millionen Euro fachgerecht abgedeckt worden.

Kaum bekannt

Doch was ist mit den früheren Deponien im Landkreis Cloppenburg, von denen etliche inzwischen zugewachsen sind und die viele – vor allem auch jüngere – Bürger gar nicht mehr kennen? Dafür hat sich auch das frühere Kreistagsmitglied Dr. Irmtraud Kannen (Grüne) interessiert, die noch vor ihrem Ausscheiden aus dem Kreistag am 31. Oktober eine entsprechende Anfrage an den Landkreis stellte.

86 Altablagerungen

Bereits vor 24 Jahren – so die Kreisverwaltung in ihrem Antwortschreiben – seien von der Regionalen Bewertungskommission des Landes Niedersachsen allein für den Landkreis Cloppenburg 86 so genannte Alt-Ablagerungen ausgewiesen worden. 32 von ihnen wurden in einer „Orientierungsuntersuchung“ einer näheren Betrachtung unterzogen. Danach wurden davon zwölf detailliert untersucht.

Keine Sanierungen

Das Endergebnis: Nur für fünf von den 86 Altablagerungen wurde eine Überwachungsbedürftigkeit gesehen. Für keine dieser Flächen, die sich sowohl in öffentlicher als auch privater Hand befinden, veranlasste der Landkreis Sanierungen. Eine Sicherung sei – so die Kreisverwaltung – nicht erforderlich.

Dies hält der frühere Cloppenburger Ratsherr Rolf Bornemann, der bis zum 31. Oktober für die Fraktion „Sozialliberales Cloppenburg“ im Stadtrat saß, für einen Fehler: Er erinnert in diesem Zusammenhang nur an die große ehemalige Deponie im Cloppenburger Stadtteil Bühren. Diese werde seit zig Jahren nicht mehr betrieben und sei heute scheinbar ungesichert und zum größten Teil überwachsen.

Gefahren

Dort habe es bereits damals gesundheitliche Gefahren beziehungsweise Auswirkungen durch Belastungen des Grundwassers für die Anwohner gegeben – denn diese stellten ihren Wasserbedarf durch Brunnenwasser sicher. „Nach meinen Erinnerungen erfolgte nach diesen Feststellungen die Verlegung städtischer Trinkwasserleitungen, um die Anwohner zu versorgen und zu schützen“, so Bornemann.

„Wer ist Eigentümer der betreffenden Fläche? In wessen Verantwortung befindet sich diese Altdeponie? Gab es eine amtliche Stilllegung? Wann genau wurden ab der Stilllegung beziehungsweise in den vergangenen 40 Jahren Kontrollen durchgeführt?“, lauten nur einige der Fragen, die der 70-Jährige bereits im Juni 2019 der Stadtverwaltung gestellt hatte.

Hinweis reicht nicht

Da aber für Altlasten im gesamten Kreisgebiet nur die Kreisverwaltung zuständig ist, sollte sich Bornemann direkt an den Landkreis wenden. Dies tat nun mit einem Abstand von mehr als zwei Jahren – wie eingangs erwähnt – die Grüne Dr. Irmtraud Kannen. In seinem Antwortschreiben vom 21. September 2021 sieht sich auch der Kreis nicht in der Verantwortung, in Sachen „Deponie Bühren“ tätig zu werden. „Ein Hinweis darauf, dass sich allein gemäß der Erinnerung einer Person (Bornemann, Anm. d. Red.) unspezifische Altablagerungen an bestimmten Standorten im Stadtgebiet befinden würden, veranlasst die untere Bodenschutzbehörde (des Landkreises, Anm. d. Red.) nicht dazu, die heutigen Grundstückseigentümer zu kostenverursachenden Untersuchungen ihrer Grundstücke auf Altlasten zu verpflichten.“

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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