Cloppenburg - Die Abiturienten des Jahrgangs 2021 am Clemens-August-Gymnasium haben den besten Abiturschnitt seit Beginn der Statistik an der Schule im Jahre 1994 hingelegt. Die 98 jungen Frauen und Männer schafften einen Durchschnitt von 2,42. Als Jahrgangsbeste wurden bei der feierlichen Entlassung am Freitagmorgen in der CAG-Mensa Lan Ahn Vu und Hemen Hussein (jeweils 1,1) mit Preisen des Landkreises und der Oldenburgischen Landesbank (OLB) ausgezeichnet.

Letzterer gab im Übrigen in seiner Rede als Jahrgangssprecher einige bemerkenswerte Sätze zum Besten. Er – so Hussein – wolle trotz der Pandemiebedingungen, die in den vergangenen anderthalb Jahren in der Schule vieles auf den Kopf gestellt hätten, nicht klagen. Dies sei eine Schwäche des Menschen. Denn während die Schüler am CAG mit digitaler Vollausstattung von zu Hause hätten weiterlernen können, habe so mancher Altersgenosse in der Welt bereits sein zehntes Arbeitsjahr in einer Miene oder in einem Steinbruch begehen müssen.

Bemerkenswert und professionell war im Übrigen auch die gesamte Entlassfeier, die die Schule unter Corona-Bedingungen auf die Beine gestellt hatte. So gab es statt des üblichen Gottesdienstes eine zehnminütige Videobotschaft von Schulpfarrer Frank Willenberg, Schulseelsorger Manfred Quatmann und dem Komitee für den Abitutgottesdienst. „Eure Krisenfestigkeit habt Ihr bereits bewiesen. Für die Zukunft wünschen wir Euch Freiheit und Leichtigkeit“, so Willenberg.

Und auch die CAG-Bigband „Cajazzo“ unter der Leitung von Thomas Stanko heizte diesmal nicht „live“ in der Mensa, sondern „vom Band“ ein. Zudem gab es die Rede von Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen, gepaart mit allerlei guten Wünschen der Lehrer und Schulmitarbeiter als Film-Einspieler. Wirklich gut gemacht.

Stichwort „gut gemacht“: Ein „Corona-Abi“ absolviert zu haben, so Elternvertreterin Michaela Paschen, sei kein Makel, sondern eine Auszeichnung. „Gekämpft und gewonnen“, fasste sie die vergangenen Monate zusammen.

In der Krise – so Schulleiterin Ovelgönne-Jansen – liege auch immer eine Chance. So habe das CAG in den vergangenen Monaten die digitale Kommunikation und das digitale Lernen merklich vorantreiben können. Sie lobte ausdrücklich auch den Landkreis als Schulträger, der für eine sehr gute digitale Ausstattung gesorgt habe. Aber auch Schüler, Eltern und Kollegium hätten einen wesentlichen Beitrag geleistet. Das verdiene während dieser „globalen Megakrise“ höchsten Respekt. Die frisch gebackenen Abiturienten seien „fürs Leben gestärkt“.

Stellvertretender Landrat Hermann Schröer nahm als Vertreter des Schulträgers die Zukunft der Abiturienten in Corona-Zeiten in den Blick: „Die Welt steht Ihnen offen. Es gibt berechtigte Hoffnungen, dass das bald wieder so ist.“

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland