Cloppenburg - Von „absolutem Chaos“ und Hunderten Autofahrern ohne Anliegen berichtet der Cloppenburger Alfons Gierse an der Cloppenburger Kirchhofstraße, der bislang einzigen Fahrradstraße in Cloppenburg. „Während der Corona-Zeit war die Lage dort ruhig. Seit die Schule wieder angefangen ist, ist es dort wieder schlimmer geworden“, sagt Gierse, der einen Teil seines Arbeitsweges nach Oldenburg häufig auf dem Rad bis zum Bahnhof zurücklegt.
Schwierige Rechtslage
Und auch Anwohner Hubertus Meyer, der sich schon Ende 2019 über die Zustände an der Radstraße aufgeregt hatte, kann mit aktuellen Fotos belegen, dass sich die Situation nicht verbessert hat. Und das ist auch schlecht möglich. Von einer „schwierigen“ Rechtslage spricht Hendrik Ebmeyer, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, in Bezug auf die Regel „Anlieger frei“. Diese Ausnahmesituation könne von den Polizisten nur schwer hinterfragt werden. Es gebe eben große Spielräume. „Wir haben es im Blick und wissen um das Ärgernis“, verspricht Ebmeyer.
Dies gelte übrigens für den gesamten Radverkehr. Denn Gierse findet den Radverkehr in Cloppenburg verbesserungswürdig: Viele Teenies daddeln am Handy, fahren entgegen der erlaubten Fahrtrichtung, nehmen keine Rücksicht. „Die Kollegen haben eine leichte Abnahme der Verstöße verzeichnet, aber das Verhalten vieler Radfahrer ist weiter verbesserungswürdig“, gibt Ebmeyer die Eindrücke der Kollegen weiter. In diesem Jahr legt die Polizei den Fokus ihrer Kontrollen besonders auf den Radverkehr – und nimmt die „Beschwerde“ von Gierse und Meyer als weiteren Anlass für Kontrollen.
„Bei uns sind aktuell keine Beschwerden zur Fahrradstraße eingegangen. Wir haben eher den Eindruck, dass der Verkehr vor Ort ruhiger und die Einfahrten von Pkw in die Fahrradstraße weniger geworden sind“, teilt Benita Penning, Pressesprecherin der Stadt Cloppenburg mit. In den vergangenen Monaten wurden aufgrund des geringeren Verkehrs keine Messungen gemacht. Die Stadt habe aber neue „Vorwegweiser“ aufgestellt, die in großen Buchstaben frühzeitig auf die Straße hinweisen.
Eltern sollen laut Penning auf die Hol- und Bringzone auf dem Marktplatz ausweichen. Von dort können die letzten Meter zur Schule zu Fuß gegangen werden, was neben der Verkehrsberuhigung zu einer Verbesserung der Verkehrskompetenz der Kinder führe.
Handlungsbedarf
„Es muss etwas passieren“, fordert Alfons Gierse. Doch weder Politik noch Verwaltung machen Anstalten, etwas an den bestehenden Regeln ändern zu wollen.
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