Cloppenburg - Zwei Schüler des Gymnasiums Liebfrauenschule in Cloppenburg sind an Covid 19 erkrankt. Das bestätigte die Schulleitung am Donnerstagmittag auf Nachfrage der NWZ. Am Mittwochabend hatte die Schule von der Erkrankung erfahren, am Donnerstagmorgen wurden dann die Lehrer sowie weitere Behörden informiert.
Demnach handelt es sich bei den Erkrankten um zwei Brüder aus den Jahrgängen 8 und 11 aus Cloppenburg. Die beiden Schüler hätten sich bei ihrem Vater, der in einem Puten-Schlachtbetrieb in Wildeshausen arbeitet, angesteckt, teilte der Pressesprecher der Schulstiftung St. Benedikt, Dr. Ludger Heuer, mit. Der Mann ist einer von inzwischen 45 Beschäftigten, die bei „Geestland“ – zugehörig zur PHW-Gruppe (Rechterfeld) – positiv getestet worden sind.
Mutter auch infiziert
Auch die Frau beziehungsweise Mutter der Familie ist beim Hausarzt mittlerweile positiv auf Covid-19 getestet worden. Sie soll ebenfalls bei Geestland arbeiten. Weitere infizierte Mitarbeiter aus dem Unternehmen, die im Landkreis Cloppenburg wohnhaft sind, seien der Kreisverwaltung bisher nicht bekannt, teilte diese am Donnerstagnachmittag mit. Somit gibt es mit Stand von Donnerstagnachmittag vier neue Infizierte im Landkreis Cloppenburg.
Keine Testungen
Für die Mitschüler an der Liebfrauenschule bestand – nach Ansicht des Landkreises – nach jetzigem Stand keine Ansteckungsgefahr. Erste Ergebnisse der Kontaktermittlung hätten gezeigt, dass sich im Umfeld der Schüler keine engeren Kontakte ergeben hätten, die eine Testung erforderlich machten. Dazu seien die beiden infizierten Schüler umfassend befragt worden, um engere Kontakte zu ermitteln. Die Kontaktermittlung des gesamten Umfelds der beiden infizierten Schüler habe ergeben, dass eine weitere Testung nach Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nicht erforderlich sei, teilt der Landkreis mit. Da würde sich die Schulleitung allerdings vorsorgliche Testungen beziehungsweise Testreihen wünschen, hieß es von der Schulleitung.
Kaum Präsenzunterricht
Beide Schüler hätten zuletzt kaum bis gar nicht am Präsenzunterricht teilgenommen. Eine der beiden betroffenen Klassen hatte in dieser Woche keinen Präsenzunterricht, heißt es vom Landkreis. Einer von beiden Schülern besuchte die Schule zuletzt weit außerhalb des Infektionszeitraums. Es gebe in den Schulen darüber hinaus nicht ohne Grund Hygienekonzepte, die bei Befolgung eine Ausbreitung unwahrscheinlich machten.
Jahrgänge nach Hause
Trotzdem hat sich die Schulleitung noch am Donnerstag dazu entschieden, die betroffenen Jahrgänge 8 und 11 ab Freitag bis Ende kommender Woche daheim zu unterrichten. „Diese Maßnahme sehen wir als notwendig an, weil sich Schüler auch privat treffen“, sagt der stellvertretende Schulleiter, Studiendirektor Dr. Norbert Dörner. Auch wolle man den Sorgen der Eltern Rechnung tragen, heißt es von der Schulleitung. Wie es dann am ULF mit dem Unterricht weitergehe und ob sich ein Infektionsgeschehen an dem Gymnasium entwickelt habe, sei abzuwarten.
Der Landkreis Cloppenburg hält die Schließung von zwei kompletten Jahrgängen, wie von der Schule jetzt entschieden wurde, für fachlich nicht erforderlich, hat aber Verständnis für die Entscheidung der Schulleitung, um Bedenken aus der Elternschaft Rechnung zu tragen.
