Cloppenburg - Als „Tod der Geburtenhilfe auf Raten“ am Cloppenburger Krankenhaus haben SPD-Politiker und -Politikerinnen die vom Krankenhaus angekündigte Teil-Schließung des Kreißsaals im Juli und August bezeichnet. Sie fordern für den Landkreis Mitbestimmungsrechte – „auch wenn das zwangsläufig einen deutlich höheren finanziellen Einsatz zur Folge hat. Den Erhalt der regionalen Krankenhausstruktur sollte uns dieser finanzielle Kraftakt wert sein“, heißt es in einer am Montag versandten Pressemitteilung.
SPD-Vertreter, unter ihnen die hiesige Landtagsabgeordnete Renate Geuter, SPD-Kreisvorsitzende Christiane Priester sowie die SPD-Politiker Jan Oskar Höffmann und Pia van de Lageweg, hatten sich mit Hebammen „aus dem näheren Umfeld des Cloppenburger Krankenhauses“ ausgetauscht. Diese hätten – so die SPD – von einer „dramatischen“ Situation der Geburtshilfe berichtet, die „konkreter Taten“ bedürfe. Angemahnt wurde eine substantielle Verbesserung der personellen und sächlichen Rahmenbedingungen.
Die Hebammen hätten von „strukturellen Fehlentwicklungen“ berichtet, die auf „hausgemachte Fehler“ stießen. Die chronische Unterfinanzierung der Geburtshilfe sei nicht nur ein lokales Problem. Die Arbeit müsse künftig besser und unabhängig von Fallpauschalen vergütet werden. Analog zur Pflege müsse auch die Geburtshilfe als Akut- und Notfallversorgung anerkannt werden, sodass auch die Vorhaltekosten erstattet würden, so die SPD.
Die aktuelle Lage der hiesigen Geburtshilfe, fuße aber auch auf Fehlern vor Ort, zitiert die SPD die Hebammen. Die SPD fordert neben der angemessenen Wertschätzung der Leistungen auch eine gute Bezahlung: Neben dem Monatsgehalt müssten Rufbereitschaften oder Überstunden angemessen vergütet werden. Die SPD meint, der Respekt gegenüber der Arbeit müsse sich in einer „Bestandsgarantie auf einem qualitativ hohen Niveau“ ausdrücken.
