Barßel - In Barßel kamen am Samstag auf dem Rathausplatz mehr als 500 Demonstranten zusammen, um gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Sie riefen dazu auf, sich für die Demokratie einzusetzen und den Rechtsradikalen zu widersprechen. „Barßel zeigt Flagge gegen Rechtsextremismus – Die Menschenwürde ist unantastbar“, lautete das Motto. „Bunt statt Braun“, „AfD Nein“ „Nazis hatten wir schon – war kacke“ oder „Barßel bleibt bunt“ war auf den Plakaten der Demonstranten auf dem Rathausvorplatz zu lesen.
Breites Bündnis
„Es reicht! In den vergangenen Monaten wurden viele Äußerungen in der Öffentlichkeit von immer mehr Hass und Menschenverachtung geprägt. Wir wollen das nicht mehr! Wir zeigen heute in Barßel – wie an vielen Orten unseres Landes – dass die Mehrheit unserer Gesellschaft diesen Hass, dieses Schwarze-Peter-Spiel der Rechtsextremisten satthat“, begrüßte Pastor Thomas Perzul von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Elisabethfehn die Teilnehmer. Unter Federführung des Pastoren-Ehepaares Wiebke und Thomas Perzul hatten 38 Institutionen, Gruppen und Vereine zu der Demo aufgerufen, darunter die Kirchen und Schulen, Sportvereine, Schützenvereine, Messdiener, Landjugend, Pfadfinder, Bürgervereine, die Fraktionen des Gemeinderates, die Kolpinggruppen, Frauengemeinschaft und Landfrauen. Zur gleichen Zeit waren in allen Ortsteilen Barßels Banner und Plakate mit dem Motto der Demo zu sehen.
Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
Hans Passmann
Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
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Mehr als 500 Menschen demonstrierten in Barßel gegen Rechtsextremismus. Foto: Hans Passmann
Hans Passmann„Für uns bleibt die wichtige Aufgabe, dort laut und deutlich zu widersprechen, wo uns in unserem Umfeld menschenverachtende Parolen begegnen, wo gegen Ausländer und Andersdenkende gehetzt wird; wo Hass und Gewalt das Wort geredet wird“, sagte Thomas Perzul. Menschen würden in Gruppen eingeteilt: Herkunftsland, Kultur, Religion hielten wieder her, um Vorurteile zu schüren, Sündenböcke für schuldig zu erklären. Auch Antisemitismus werde scheinbar wieder gesellschaftsfähig.
Vorurteile abbauen
„Die Demokratie, in der wir leben dürfen, lebt von Vielfalt und den Menschen, die sich für diese Demokratie einsetzen. Jeder Mensch hat Schutz und Menschenwürde verdient‘“, betonte Andreas Wreesmann, Vertreter der katholischen Kirchengemeinde St. Ansgar. „Sport spielt eine wichtige Rolle bei der Integration, Sport schafft Verständigung und baut im gemeinsamen Erleben viele Vorurteile ab. Akzeptanz, Toleranz, Miteinander statt Gegeneinander sind die Wertvorstellung“, so Heinz-Hermann Thelken als Sprecher der Sportvereine. Lieselotte (16) und Anna (15) sind in der Jugendarbeit aktiv: „Wir wünschen uns die Selbstverständlichkeit, unabhängig von Herkunft, Religionen und anderen Äußerlichkeiten gerecht und vor allem menschlich behandelt zu werden“, so die beiden Jugendlichen. „Menschenrechte, Freiheit und Akzeptanz sind Werte, die wir in unserer demokratischen Gesellschaft nicht gefährden dürfen“, führte Anette Dänekamp für die Frauengemeinschaft aus. Demokratie müsse geübt werden und sei nicht selbstverständlich, meinten Sidney und Klara Albers von der Kolpingjugend.
„Barßel ist bunt“
Benny Haxhijaj, der in Barßel ein Hotel betreibt, kennt Krieg aus seiner Heimat, dem Kosovo, aus der er vor vielen Jahren mit Ehefrau Anja geflohen ist. „Ich bin herzlich in Deutschland aufgenommen worden. Wir haben unser Zuhause verloren. Aber wird haben uns hier immer sehr aufgenommen gefühlt. Wir haben das Gefühl, wir werden gebraucht“, sagte er. „Wir in Barßel stehen für die Demokratie. Barßel ist bunt, Barßel zeigt Flagge. Es braucht eine wehrhafte, robuste Demokratie. Dafür brauchen wir starke Parteien der Mitte, die eine starke Politik für die Mitte der Gesellschaft machen. Ausgrenzung und Hass dürfen nie zur Leitlinie der Politik werden“, sagte Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos).
