Garrel - Die drei Direktkandidaten für den Wahlkreis Cloppenburg-Nord, Lukas Reinken (CDU), Pia van de Lageweg (SPD) und Imke Haake (FDP), folgten einer Einladung der Gruppe Mann ü 60, um Fragen aus den Bereichen Senioren und Pflege zu beantworten.
Pflege
„Das wird schwierig“, gab Lukas Reinken unumwunden zu auf die Frage, ob in zehn Jahren ausreichend Plätze für die Pflege zur Verfügung stünden. Um dem Mangel an Fachkräften zu begegnen, nannte er zusätzliche Pflegeplätze in ärztlichen Zentren und die einjährige Ausbildung von Pflegehelfern. Wer die schulischen Anforderungen nicht schaffe, könne trotzdem gute Pflege machen. Die CDU wolle für die Pflege zu Hause durch die Angehörigen ein Landespflegegeld auf den Weg bringen. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland werde es nicht gehen. Dazu brauche es eine Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Pia van de Lageweg will „Hände am Menschen und nicht an Tasten“. Durch den Abbau bürokratischer Vorgaben werde Zeit für die Pflege gewonnen. Diese Erfahrung habe man seit der Coronakrise machen können. Nachdrücklich ermunterte sie betroffene Angehörige, die Hilfen, die es schon jetzt gebe, auch in Anspruch zu nehmen. Krankenkassen zahlten zwei Wochen Urlaub für die Pflege, Firmen müssten eine bis zu zweijährige Auszeit für die Pflege genehmigen. Imke Haake stellte zwei Modelle vor, wie pflegebedürftige Menschen länger zu Haus versorgt werden könnten. Sie brachte auch einen Fonds zur Finanzierung der häuslichen Pflege ins Gespräch.
Ärztliche Versorgung
Um die ärztliche Versorgung auf dem Land zu gewährleisten, forderte Reinken Gesundheitszentren, mehr Studienplätze für Medizin, ausdrücklich auch in Oldenburg. Hinterfragen müsse man auch die Bedeutung des Numerus Clausus. Soziale Fähigkeiten der Bewerber sollten mehr berücksichtigt werden. Imke Haake forderte, dass die Kommunen Bauplätze für Gesundheitszentren vorhalten müssten. Pia van de Lageweg kritisierte die Alleingänge der Kommunen, Ärzten würden für ihr Kommen Prämien geboten. Im Landkreis Cloppenburg seien dringend akteursübergreifende und interkommunale Aktivitäten nötig, um alle Kommunen gleichmäßig zu versorgen. „Der Landkreis muss die Verantwortung für die Gesundheitsregion übernehmen“, forderte die SPD-Politikerin. Und wie das alles bezahlen? Man müsse Prioritäten setzen. Die Pflichtaufgaben hätten Vorrang, andere Dinge müssten zurückgefahren werden oder zurückstehen.
Bürokratie
Alle drei Bewerber für das Direktmandat waren sich einig, dass der Bürokratieabbau erhebliche Einsparungen möglich mache. Eine gute Wirtschaftspolitik erhöhe zusätzlich das Steueraufkommen. Bei Investitionen könne man private Investoren einbeziehen. Garrels früherer Bürgermeister Rudi Bley bat um gemeinsame Anstrengungen aller im Wahlkreis Gewählten. Nur dann könne der dringend nötige Ausbau der L 847 Richtung Autobahn A 29 realisiert werden. Als erste Maßnahme für mehr Sicherheit auf Garrels Hauptstraße wurde die Umleitung des Schwerlastverkehrs genannt.
