Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Diskussion mit Politikern über freie Schulen ULF-Schüler zeigen Flagge im Landtag

Die Jugendlichen der Liebfrauenschule Cloppenburg zogen mit Transparenten vor den Landtag. Aber auch der Dialog mit den Abgeordneten wie Pascal Mennen (Vierter von links) kam nicht zu kurz.

Die Jugendlichen der Liebfrauenschule Cloppenburg zogen mit Transparenten vor den Landtag. Aber auch der Dialog mit den Abgeordneten wie Pascal Mennen (Vierter von links) kam nicht zu kurz.

Ludger Heuer

Cloppenburg - Seit vielen Jahren leiden freie Schulen unter einer Unterfinanzierung durch das Land Niedersachsen, wie aus einer Pressemitteilung der Schulstiftung St. Benedikt (Vechta) am Freitag hervor geht. Personalkosten würden nur zu 75 Prozent finanziert, Gebäudekosten müssten die Träger ohne Landesmittel finanzieren, Sachkosten würden gar nicht erstattet, die Schulsozialarbeit sei nicht ausreichend refinanziert, bei vielen Förderprogrammen gäbe es eine Schlechterstellung gegenüber öffentlichen Schulen. „Darüber könnten wir doch mal mit Abgeordneten in Hannover reden“, dachten sich Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule in Cloppenburg.

Mit zwei Bussen und vielen Transparenten fuhren sie am Freitag los. Der erste Bus startete um 7 Uhr, um rechtzeitig zum Sitzungsbeginn des Kultusausschusses im ehemaligen Plenarsaal des Landtags zu sein. Auf der Tagesordnung stand nur ein Antrag der CDU zur Bekämpfung des Lehrermangels. Danach, so hatte es Ausschussvorsitzender Pascal Mennen (Grüne/Lüneburg) versprochen, würden sich die Abgeordneten Zeit nehmen für die Fragen der Cloppenburger. Weil das Kultusministerium ausführlich Stellung bezog, dauerte die Sitzung mit zwei Stunden länger als geplant.

Zu wenig investiert

Entschädigt wurden die Schüler in der anschließenden Diskussionsrunde, zu der sich neun Abgeordnete aller Parteien Zeit nahmen. Dabei ging es um die Finanzierung freier Schulen, ihre Benachteiligung gegenüber öffentlichen Schulen oder um Zeitpläne politischer Entscheidungen. „Warum gibt es nicht eine zusätzliche Milliarde für das Bildungssystem?“, wollte eine Schülerin wissen. „Wir alle würden gerne mehr Geld im System haben“, erklärte Mennen. „In Niedersachsen wurde leider über viele Jahre viel zu wenig in Bildung investiert. Man kann aber alles Geld nur einmal ausgeben.“

Konkrete Beschlüsse nahmen die Cloppenburger nicht mit nach Hause. Aber die Erkenntnis, dass sich der Besuch trotzdem gelohnt hat. „Ich kann mir jetzt besser vorstellen, warum politische Entscheidungen so lange brauchen, auch wenn ich sie gerne schneller umsetzen würde“, sagte Jan Hackmann. Auch dessen Mitschülerin Leonie Hilgenfeld lobte die Bereitschaft der Abgeordneten, auf alle Fragen einzugehen. „Ich finde es gut, dass sie sich so viel Zeit genommen haben.“

Verständnis bekommen

„So ein Besuch ist immer ein Gewinn für die Schüler. Sie sehen, wie sich Politik mit Sachthemen auseinandersetzt und wie man Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen kann“, fasste Schulleiter Andreas Weber seine Eindrücke zusammen. Auch für die Abgeordneten ist ein solcher Besuch nicht alltäglich. Für Mennen war es eine ganz besondere Sitzung. „Dieser tolle Besuch zeigt die Bedeutung der kirchlichen Schulen für Cloppenburg“, bestärkte ihn sein Parteifreund MdL Stephan Christ (Cloppenburg). „So ein Besuch sollte Vorbild sein für alle anderen Schulen“, zeigte sich auch der Friesoyther CDU-Abgeordnete Lukas Reinken begeistert. „Das bleibt bei uns mehr hängen als eine Demo mit 1000 Leuten.“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Dortmunds Karim Adeyemi (Mitte l) in Aktion. Der BVB setzt sich ein zweites Mal gegen Paris Saint-Germain durch und steht damit im Finale der Champions League.

SIEG GEGEN PARIS SAINT-GERMAIN Dortmund steht im Finale der Champions League

Heinz Büse Jan Mies
Paris
Ein Wahlplakat des sächsischen SPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Matthias Ecke hängt an der Schandauer Straße im Stadtteil Striesen an einem Laternenmast. Der sächsische SPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Matthias Ecke, ist beim Plakatieren im Dresdner Stadtteil Striesen angegriffen und schwer verletzt worden. Beim Befestigen von Wahlplakaten am späten Freitagabend schlugen vier Unbekannte auf den 41-Jährigen ein, wie Polizei und Partei am Samstag mitteilten.

SCHUTZ VON POLITIKERN Innenminister wollen schärfere Strafen prüfen

Dpa
Potsdam
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg