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Aktion von Leukin und DKMS Mund auf – 291 Personen lassen sich in Sedelsberg für Keno typisieren

Hans Passmann
Matthias Eihausen (von links) und Ehefrau Angelika Flatken-Eihausen machen selbst einen Abstrich von der Wannenschleimhaut.

Matthias Eihausen (von links) und Ehefrau Angelika Flatken-Eihausen machen selbst einen Abstrich von der Wannenschleimhaut.

Hans Passmann

Sedelsberg - Ein kleiner Junge kämpft gegen eine schwere Erbkrankheit: Keno (fünf Monate) aus Sedelsberg hat das Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS). Mit einer Stammzellenspende kann die Störung des blutbildenden Systems geheilt werden. Mit einer Typisierungsaktion des Vereins Leukin und der DKMS am Samstag im Canisiushaus in Sedelsberg soll Kenos genetischer Zwilling gefunden werden, der ihm Stammzellen spenden könnte.

Keno aus Sedelsberg ist am Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS) erkrankt. Um sein geschwächtes Immunsystem zu ersetzen, wird sein genetischer Zwilling gesucht.

TYPISIERUNGSAKTION IN SEDELSBERG Am Samstag soll Kenos Lebensretter gefunden werden

Sedelsberg

Viele Helfer

Für die Typisierungsaktion in Sedelsberg sorgten rund 60 freiwillige Helfer. Darunter 16 Helfer vom Verein zur „Hilfe leukämiekranker Kinder (Leukin)“ aus Rhauderfehn, der zusammen mit der DKMS den Registrierungstag vor Ort geplant und durchführte hat. Ebenfalls dabei: 44 Helfer von vielen Sedelsberger Organisationen und Vereinen. Vor allem viele Mitglieder des FC Sedelsberg waren dabei, denn Kenos Onkel Daniel Meiners ist dessen 2. Vorsitzender und hatte die Aktion zusammen mit Vereinskollege Helmut Niehaus vorangetrieben. Nach einer Stunde zählten sie bereits 100 neue potenzielle Stammzellenspender. Am Ende der Aktion waren es immerhin 291.

„Es ist wunderbar, dass eine ganze Region um das Leben des kleinen Keno kämpft“, sagt Daniel Meiners. „Wir sind sehr zufrieden mit der großen Anteilnahme. Die Typisierungsaktion war ein grandioser Erfolg. Nun hoffen wir, dass ein potenzieller Stammzellenspender gefunden wird.“ Das hofft auch die Vorsitzende von Leukin Anna Fennen: „Auch wenn wir vom Verein den Tag geplant haben, ist dennoch die Hilfsbereitschaft in Sedelsberg hervorzuheben und großartig. Die vielen Helfer haben alles perfekt umgesetzt, was wir vorgegeben haben. Vieles haben die Organisatoren selbst entwickelt und vorbereitet. So war es für uns im Vorfeld sehr stressfrei. Das ist nicht überall so.“ Weitere Typisierungsaktionen für Keno sind geplant. So haben sich aus Varel, Werlte, Emden Gruppen gemeldet, um zu helfen. „Zudem läuft eine Aktion bei Mercedes in Bremen“, berichtet Fennen.

Keno aus Sedelsberg – hier mit seiner Mutter Julia – ist am Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS) erkrankt.

SEDELSBERGER SCHWER ERKRANKT Fünf Monate alter Keno braucht eine Stammzellspende

Sedelsberg

Aber nicht nur bei der Anmeldung und Registrierung waren in Sedelsberg Helfer im Einsatz, sondern auch hinter den Kulissen. So in der Küche, bei der Kaffeetafel oder Essensausgabe. Rund 60 selbst gebackene Kuchen standen auf dem Tisch und auch das Buffet am Mittag wurde gespendet. Die Kosten für eine Registrierung – 40 Euro – werden ebenfalls ausschließlich durch Spenden von Personen und Firmen ermöglicht.

Zu den frisch Typisierten zählte Pascal Tammling aus Scharrel. „Das ist mir wichtig, um Leben zu retten. Ich bin gesund. Das ist kein Grund, nichts zu tun. Sollte ich infrage kommen, werde ich Stammzellenspenden“, sagt der 17-Jährige.

Leben retten

„Eine Typisierung hilft einfach. Ich hoffe auch gerade, dass sie Keno hilft“, sagen Heino (53) und Ingrid Focken (53) aus Sedelsberg. „Wir sind mit der Familie befreundet und haben Keno schon auf dem Arm gehabt. Schon immer wollten wir uns typisieren lassen. Jetzt haben wir es gemacht“, so das Ehepaar. Der 50-jährige Markus Büter und seine Ehefrau Manuela (46) waren von der guten Sache überzeugt: „Nur mit einer Typisierung kann man helfen. Wir sind froh, dass wir gesunde Kinder haben“, sagt der Ramsloher Ehepaar. Für sie steht außer Frage, Stammzellen zu spenden, wenn ihre Genetik passt.

„Es ist ja auch kein großer Aufwand. Der Wannenschleimhautabstrich mittel Wattestäbchen dauerte ja nur drei Minuten und ich würde mich freuen, wenn ich Spender sein könnte, um Keno das Leben zu retten“, meinte die 26-jährige Hanna Fortwengel aus Sedelsberg.

Nun müssen die Familie und allen Helfern und Organisatoren hoffen, dass unter den Typisierten Kenos genetischer Zwilling gefunden wird.

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