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nordwest-zeitung

Vergangenheit in Friesoythe Mit rebellischem Geist Eggershausens Historie darstellen

Fritz Kreyenschmidt

Eggershausen - In der Bauerschaft Eggershausen will sich eine neue Gruppe mit der Historie des Orts auseinandersetzen. Ein neunköpfiger Chronikausschuss hat sich zum Ziel gesetzt, zusammengetragenes Wissen im Rahmen einer Chronik zu veröffentlichen.

„Die erste urkundliche Erwähnung der Bauerschaft Eggershausen war im Jahr 1397. Die tatsächliche Besiedlung reicht jedoch viel weiter in die Vergangenheit zurück – mindestens in die Zeit Karls des Großen“, sagt Franz Langen, Initiator des Projekts. Sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, sei nicht nur spannend und lehrreich, sondern schaffe auch Identifikation mit dem Ort, so Langen zur Intention des Chronikausschusses: „Es ist wichtig, den Blick auch zurück in die Vergangenheit zu richten und sich historische Entwicklungen vor Augen zu führen. Letztlich trägt es zur Stärkung des Wir-Gefühls bei.“

Archive durchforstet

Um Informationsquellen über die Historie zusammenzutragen, hat der Chronikausschuss unter anderem die Archive des Katasteramts in Cloppenburg, des Niedersächsischen Landesarchivs in Oldenburg und des Offizialates Vechta besucht. „Insbesondere das historische Kartenmaterial, das wir bei den Besuchen in den Archiven sammeln konnten, vermittelt einen anschaulichen Eindruck von der Entwicklung der Bauerschaft Eggershausen“, resümiert Franz Langen.

„Einen gewissen rebellischen Geist haben die Eggershauser schon vor über 200 Jahren erkennen lassen, wie eine Urkunde aus dem frühen 19. Jahrhundert beweist“, weiß Hermann Wreesmann zu berichten. Da damals in den Wintermonaten der Schulweg nach Altenoythe für die Eggershauser Kinder oft unpassierbar war, haben die Eggershauser den Unterricht ihres Nachwuchses kurz entschlossen selbst in die Hand genommen und allen Widerständen zum Trotz eine Winterschule in der Bauerschaft unterhalten.

Die Eggershauser Chronisten wollen nicht nur Faktenwissen sammeln. Es sollen die besonderen Lebensumstände in früheren Zeiten lebendig gemacht werden. Die bäuerliche Kultur mit ihren Bräuchen und Traditionen soll daher zum Porträt des Lebens in Eggershausen beitragen. So seien es gerade die lokalen und regionalen Bräuche, die die Vielfalt in der Region ausmachen und den verschiedenen Orten jeweils ihr eigenes Gesicht verleihen.

„Die überschaubare Größe Eggershausens erlaubt es uns, auf die einzelnen Hofstellen und Wohnhäuser einzugehen. Dabei wollen wir die Geschichte der Höfe nachzeichnen und beispielsweise die jeweiligen Bewohner, Vorbesitzer und die bauliche Entwicklung darstellen“, kündigt Franz Langen an.

In den nächsten Wochen werden dazu Vertreter des Chronikausschusses die Höfe und Häuser aufsuchen, um Informationen zu den einzelnen Wohnhäusern und ihren Bewohnern zu sammeln.

Aufruf zur Mithilfe

Der Ausschuss bittet die Bewohner Eggershausens, die Arbeit an der Chronik zu unterstützen. „Wir sind bei unserer Arbeit auf die Hilfe aller Eggershauser angewiesen“, so Hermann Wreesmann, Wer historische Fotos oder Dokumente zur Verfügung stellen kann oder Geschichten und Döntkes aus vergangenen Tagen zu erzählen weiß, wird gebeten, sich mit dem Chronikausschuss in Verbindung zu setzen. Die Fertigstellung der Chronik haben die Eggershauser für das Jahr 2022 geplant – also zum 625-jährigen Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung.

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