Elisabethfehn - Der Streit um die Erschließungsarbeiten an der Straße „An der Hinterwieke“ in Elisabethfehn zwischen den Anliegern und der Gemeinde geht in eine neue Phase. Nach einer Normenkontrollklage, kontroversen Diskussionen in einer Ausschusssitzung und Plakataktionen haben die Anwohnerinnen und Anwohner jetzt Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt. Dabei geht es um eine alte Eiche, die an der Straße auf einem Privatgrundstück steht. Bei den Erdarbeiten an der Straße, die jetzt gestartet sind, sollen die Wurzeln des Baumes zu 40 Prozent beschädigt oder entfernt worden sein. Nun sorgen sich die Eigentümer um ihre Sicherheit – der Baum könnte möglicherweise auf ihr Haus fallen. Für viele Anlieger ist hier eine gefährliche Situation entstanden.
150 Jahre alter Baum
„Der Baum ist mindestens 150 Jahre alt – und gerade so ein Baum sollte der Gemeinde doch wichtig sein“, sagt Anwohnerin Ute Sperveslage. „Das Bauamt bestätigte mir, dass das Tiefbau-Unternehmen dafür sensibilisiert wurde, dass die Erdarbeiten schonend für den Erhalt der Stieleichen zu erfolgen haben“, sagt Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) auf Nachfrage unserer Redaktion. Verstehen kann man im Rathaus aber auch die Angst der Anlieger. „Darüber hinaus wurde vom Bauamt Verständnis dafür geäußert, dass die Anwohnerin in Sorge ist vor unvorhersehbaren Umwelteinwirkungen wie zum Beispiel Sturmschäden“, so Anhuth weiter.
90 Prozent für die Anlieger – zehn Prozent für die Gemeinde. So sieht die Kostenaufteilung nach dem Erschließungsbeitragsrecht an der Straße „An der Hinterwieke“ in Elisabethfehn aus. Die Straße soll ein neues Baugebiet in Elisabethfehn erschließen. Die Herstellung der Straße kostet insgesamt 456 580 Euro. Wie viel die einzelnen Anlieger bezahlen müssen, wissen sie noch nicht. „Wir warten immer noch auf die konkrete Summe. Wir rechnen mit mindestens 40 000 Euro pro Grundstück. Dabei sind wir aber erstmal vom kleinsten ausgegangen“, sagt Sperveslage weiter.
Aus Datenschutzgründen kann die Gemeinde nicht sagen, welche Beiträge die Anlieger im einzelnen zu zahlen haben. „Bei einem Gespräch mit den Anliegern im Dorfgemeinschaftshaus am 9. Juni habe ich den betroffenen Personen mitgeteilt, dass wir noch ein wenig Zeit für die Beantwortung rechtlicher Fragestellungen und für die Beteiligung der Ratsgremien benötigen, um die Ermittlung der individuellen Beiträge endgültig abschließen zu können“, sagt Anhuth.
Gespräche im Juli
In der zweiten Juli-Hälfte will die Gemeinde dann aber individuelle Gespräche mit den Anliegern führen – Ratenzahlung und Stundungsmöglichkeiten soll es laut Bürgermeister Anhuth weiterhin geben.
