Elisabethfehn/Barßel - Sie machten ihre Forderung ganz klar. Maximal 8000 Euro wollen die Anlieger der Straße „An der Hinterwieke“ in Elisabethfehn für die Sanierung ihrer Straße bezahlen. Mit großen Transparenten, Plakaten und Kerzen machten sie am Mittwochabend vor der Sitzung des Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Barßel in der IGS auf ihr Anliegen aufmerksam. Dabei sind die Fronten zwischen Anliegern, Verwaltung und Ratsmitgliedern eher verhärtet. Nur wenige der VA-Mitglieder wollten mit den Anliegern sprechen. „Es war schon zu spüren, dass die meisten Ratsmitglieder kein Interesse haben, mit uns zu sprechen“, sagte Anwohner Heinz Kühling.
90 Prozent der Kosten
Seit mehreren Monaten schwelt der Ärger an der sonst so idyllischen Hinterwieke bereits. Das neue Baugebiet in Elisabethfehn soll über die Straße erschlossen werden. Doch sie befindet sich in desolatem Zustand und muss erstmalig hergestellt werden. Laut Erschließungsbeitragssatzung müssen die Anlieger 90 Prozent der Kosten tragen. „Wir rechnen mit Beträgen zwischen 40 000 und 100 000 Euro, je nach Grundstücksgröße“, sagt Anwohnerin Ute Sperveslage. Sie und weitere elf Anlieger haben sich zusammengeschlossen und auch Rechtsanwälte eingeschaltet. „Wir wissen immer noch nicht, wie viel wir bezahlen müssen“, sagt Kühling weiter. Am 19. Juli soll die nächste Infoveranstaltung für die Anlieger im Dorfmeinschafthaus in Elisabethfehn stattfinden. „Vorher sollen wir per Brief über die Kosten informiert werden“, sagt Kühling.
Bereits am kommenden Mittwoch, 14. Juli, findet die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause statt. Da geht es zwar auch um die Erschließungsbeitragssatzung, aber mit den zu zahlenden Beiträgen hat der Tagesordnungspunkt nichts zu tun, wie Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) auf Nachfrage unserer Zeitung versicherte. Trotzdem wollen mehrere Anlieger an der Ratssitzung teilnehmen.
Brief an Stephan Weil
Die Anwohner haben auch einen Brief an den Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) geschrieben, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Die Gemeinde Barßel bleibt stur. Jetzt bitten wir sie um Hilfe“, heißt es in dem Brief an Weil.
