Elisabethfehn - Barrierefreiheit – das ist natürlich auch für das Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn ein wichtiges Thema. Denn: die Ausstellungsbereiche in den beiden Obergeschossen der Einrichtung sind bisher nur über eine Treppe zu erreichen. „Da lag natürlich die Lösung mit einem Fahrstuhl nahe. Diese ist aber sehr teuer und würde auch die historischen Gebäude in hohem Maß beeinflussen“, sagt Museumsleiterin Antje Hoffmann.
Eigentlich hätte die neue Ausstellung über die Torfkoksfabrik in Elisabethfehn schon im April im Moor- und Fehnmuseum eröffnet werden sollen – dann kam die Corona-Krise.
In einem noch nicht genau festgelegten Rahmen soll die neue Ausstellung aber jetzt am 13. September eröffnet werden.
Unter anderem soll es dabei um die Arbeit im Werk gehen. Dafür wurden auch Zeitzeugeninterviews geführt. Ebenfalls soll ein Begleitband erscheinen.
Deswegen musste eine andere Lösung her: Digitale Besucherterminals sollen jetzt Menschen mit Mobilitätseinschränkungen den Zugang zu den Inhalten im Obergeschoss ermöglichen. Die Idee gab es schon 2012, doch damals fehlte noch das Geld. Das hat sich jetzt durch die Corona-Krise geändert, denn das Moor- und Fehnmuseum erhält aus dem „Soforthilfeprogramm für Heimatmuseen“ des Bundes Fördermittel in Höhe von 16 000 Euro. „Ich freue mich sehr über diese Förderungen. So können wir allen Besuchern auch alles zeigen“, sagte Hoffmann am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts in Anwesenheit von Bürgermeister Nils Anhuth, Stiftungsvorsitzenden Hans Eveslage, den Ratsmitgliedern Ralph Schröder und Elisabeth Abeln sowie der Bundestagsabgeordneten Silvia Breher (CDU). „Ich bin froh, dass diese Förderung so schnell auf dem Land ankommt. Der Antrag konnte im April gestellt werden und jetzt ist das Geld da“, sagte Breher.
Insgesamt kosten die neuen Terminals, die 2021 im Museum stehen sollen, rund 22 500 Euro. Der restliche Betrag wird vom Förderverein des Museums, der VR-Stiftung und aus Eigenmitteln bezahlt. „Die Möbel, in welche die Terminals eingebaut werden, werden passend zu den vorhandenen Ausstellungsmöbeln ausgesucht. Die Terminals stellen zwar keine optimale Lösung da, weil das haptische Erlebnis ausbleibt, sie zeigen den Betroffenen aber, dass wir ihre Einschränkung ernst nehmen“, so Hoffmann.
„Wir sind auf Spenden Dritter angewiesen“, sagt Hans Eveslage, Vorsitzender der Stiftung des Museums. Denn nur von den Eintrittseinnahmen kann das Moor- und Fehnmuseum nicht leben. Seit der Zwangspause ganz am Anfang der Corona-Pandemie ist das Museum seit dem 7. Mai wieder geöffnet. „Seitdem läuft alles wie gewohnt – nur eben mit Maske“, sagt Hoffmann. Ihr persönlich fehlen aber auch größere Besuchergruppen und Schulklassen.
