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Ellen Lanfermann aus Halen „Jugendbotschafterin“ vertritt Deutschland in Indiana

Ellen Lanfermann fliegt am Donnerstag in die USA. Für rund zehn Monate wird der Bundesstaat Indiana ihr neues Zuhause sein.

Ellen Lanfermann fliegt am Donnerstag in die USA. Für rund zehn Monate wird der Bundesstaat Indiana ihr neues Zuhause sein.

privat

Emstek - 6690 Kilometer Luftlinie wird Ellen Lanfermann am Donnerstag zurücklegen. Denn dann geht ihr Flug über Frankfurt in die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort wird sie ihr neues Zuhause im Bundesstaat Indiana in Goshen beziehen. Möglich macht den Austausch das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP), für das die 16-Jährige aus Halen von der hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Silvia Breher ausgesucht wurde.

Ziel des PPP ist es, ein Netzwerk zwischen jungen Menschen in den USA und Deutschland zu knüpfen, gemeinsame politische Wertevorstellungen zu festigen und unterschiedliche Lebensweisen der beiden Länder kennen zu lernen. Für die Schülerin des ULF stand schon im vergangenen Jahr fest, dass sie auf jeden Fall in die USA möchte. Denn einen Auslandsaufenthalt hat auch ihre ältere Schwester Johanna bereits absolviert, auch eine Bewerbung für das Stipendium hatte sie abgeschickt. Wegen der Corona-Lage wurde aber eine Bewerberin aus dem Vorjahr für das Stipendium ausgewählt. In die USA flog Johanna trotzdem.

Längeres Verfahren

Im vergangenen Herbst füllte Ellen dann die Unterlagen zum Programm aus, dabei wurden auch Fragen zum Charakter, zum Engagement und politische Einstellungen abgefragt. „Man ist ja so etwas wie eine Jugendbotschafterin“, weiß die Halenerin um die Bedeutung des PPP. Zum Bewerbungsverfahren gehörte deswegen auch ein Gruppentermin in Münster, bei dem unter anderem abgefragt wurde, wie die Jugendlichen auf bestimmte Situationen reagieren würden oder was sie politisch gerade bewegt. Von einer Kommission dort wurden dann vier Jugendliche an Silvia Breher empfohlen, die dann im Winter zu Gesprächen einlud. Dabei überzeugte die 16-Jährige vielleicht auch mit ihrem Engagement, in Emstek ein Jugendparlament ins Leben zu rufen. In dieses Gremium wurde die ULF-Schülerin im vergangenen Herbst gewählt, sie war sogar als Jugendbürgermeisterin bis zum Sommer „Chefin“ des Jugendparlaments.

Als dann der lang ersehnte Anruf mit der Zusage kam, war Ellen gerade beim Tennis. „Ich hatte das Handy zwar den ganzen Tag auf laut gestellt, habe es aber nicht mitbekommen. Und dann hatte ich erst Angst, dass es nicht geklappt hat“, erinnert sich Ellen. Doch es kam anders und nach der Zusage hüpfte die 16-Jährige vor Freude durch die Halle. „Ich war richtig glücklich, dass es geklappt hat.“ Auch ihre Patin Silvia Breher freut sich mit der Halenerin, mit der es vor der Abreise noch ein letztes Treffen gab. „Für Ellen und alle anderen, die schon dabei waren, bietet ein Stipendium des Parlamentarischen Patenschafts-Programms eine großartige Gelegenheit, einmal über den Tellerrand zu blicken. Ellen wird als Botschafterin unseres Landes eine neue Kultur mit einer unglaublichen Vielfalt an Traditionen und Lebensweisen kennenlernen“, so Breher. Sie hat außerdem noch ein zweites „Patenkind“: Linus Wüllner aus Neuenkirchen-Vörden nimmt ebenfalls am Programm teil. Er hat gerade seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitar-, Heizungs- und Klimatechnik abgeschlossen.

Gemeinsame Interessen

Ihre neue Heimat Goshen hat über 34.000 Einwohner, darunter ihre Gasteltern, zwei Töchter – die bereits aufs College gehen –, ein 17-jähriger Sohn und die 16-jährige Nichte der Familie. Mit ihr zusammen wird Ellen die High School besuchen. Die Halenerin stand bereits im Vorfeld in Kontakt mit ihrer Gastfamilie. „Sie spielen auch Tennis. Und sie fahren zusammen Ski, sind gerne draußen gemeinsam aktiv. Das passt wirklich gut“, freut sich die 16-Jährige auf Unternehmungen.

Das Programm

Der deutsche Bundestag vergibt Stipendien für ein Austauschjahr in den USA an Schülerinnen und Schüler und junge Berufstätige. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland. Für Ellen und Linus geht es in Kürze los. Für das nächste Austauschjahr 2024/2025 läuft das Bewerbungsverfahren bereits. Bewerbungen sind noch bis zum 8. September 2023 möglich. „Nutzt eure Chance, bewerbt euch für ein Stipendium in den USA! Ich drücke euch die Daumen!“, ermuntert Silvia Breher.

Bewerbungsberechtigt für das 41. PPP sind Schülerinnen und Schüler, die zwischen dem 1. August 2006 und dem 31. Juli 2009 geboren wurden, sowie junge Berufstätige, die nach dem 31. Juli 1999 Geburtstag haben. Weitere Informationen gibt es unter www.bundestag.de/ppp

Sport könnte auch in der Schule eine große Rolle spielen, wenn Ellen in eines der Sportteams aufgenommen wird. Für die Schule in Deutschland muss sie Unterricht in Deutsch, Englisch, Mathe und Spanisch nachweisen. Es gibt aber auch andere spannende Fächer wie Aquatic Science (so etwas wie Meeresbiologie) oder bestimmte Mathe-Spezialisierungen zu Algebra oder Stochastik. Als Stipendiatin muss sie in den zehn Monaten Aufenthalt 30 Stunden freiwilliger Arbeit nachweisen – beispielsweise in einer Suppenküche oder in der Kirche. Teil des Programms ist außerdem ein einwöchiger Besuch in Washingtion D.C., wo die Jugendlichen den Politbetrieb kennen lernen können.

Kontaktmöglichkeiten

Sprachprobleme erwartet Ellen nicht, die Kommunikation mit ihrer Gastfamilie verläuft bisher ohne Probleme. Und auch Heimweh hofft sie sich dank der vielen Kontaktmöglichkeiten vom Hals halten zu können. Mit ihr fliegen außerdem sehr viele Jugendliche über das Austauschprogramm in die USA, es gibt bereits eine Whatsapp-Gruppe mit über 400 Personen. Mit Rat und Tat steht ihnen dort immer jemand zur Seite. Und in ihrer näheren Umgebung leben auch ein paar deutsche Austauschschüler, die sie besuchen kann.

Auf das Land und die Geschichte wurde sie in einer Vorbereitungswoche eingestimmt. Über das Stipendium sind die Reise- und Programmkosten sowie die notwendigen Versicherungen abgedeckt. Fürs Taschengeld hat Ellen jetzt seit über einem Jahr in einer Baumschule und als Kellnerin gearbeitet. Dann ist hoffentlich in Begleitung ihrer Gastfamilie ein Besuch im relativ nah gelegenen Kanada und in New York City möglich.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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