Emstek/Ahlhorn - Einen besseren Schutz der Ahlhorner Fischteiche fordern die Gruppe Grüne/UWG im Kreistag des Landkreises Cloppenburg und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag des Landkreises Oldenburg gemeinsam mit dem grünen Landtagsabgeordneten Christian Meyer und dem grünen Landesvorsitzenden Hans-Joachim Janßen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die der Lastruper Kreistagsabgeordnete Fabian Wesselmann (Grüne) im Namen der Fraktion veröffentlicht hat.

Die beiden Kreistagsfraktionen haben nun Anträge bei den jeweiligen Landräten eingereicht, die Schutzgebietsverordnung zu verschärfen. Insbesondere mit Blick auf die Lethe sollen Gewässerrandstreifen von zehn Metern und eine Beschränkung des Ausbringens von Düngemitteln in deren Umfeld vorgesehen werden, heißt es im Antrag. Hintergrund seien umfangreiche Untersuchungen der Landesforsten, die neben einer zu geringen Wasserzufuhr deutlich zu hohe Nährstoffeinträge als Ursache für den schlechten Zustand der Ahlhorner Fischteiche feststellen.

„Das Problem ist, dass die Nährstoffeinträge unter anderem aus der intensiven Landbewirtschaftung an der Lethe herrühren, die außerhalb des Schutzgebietes stattfindet. Die Anträge sehen deshalb vor, dass diese intensive Landbewirtschaftung außerhalb des Schutzgebietes, aber mit nachteiligen Wirkungen für das Schutzgebiet, stärker reguliert wird“, betont Dr. Irmtraud Kannen, Sprecherin der Gruppe Grüne/UWG im Kreistag des Landkreises Cloppenburg. Der Antrag sieht außerdem die Erarbeitung eines Konzepts zur Kontrolle und Evaluation der neuen Regeln vor.

Mut mache den Kreistagsfraktionen eine Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der grünen Landtagsfraktion, die der naturschutzpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Christian Meyer in die Wege geleitet hatte. Denn in dieser erklärt die Landesregierung: „Es können nicht nur Handlungen im Naturschutzgebiet selbst verboten werden, sondern auch solche, die von außen in das Gebiet hineinwirken und eine Zerstörung, Beschädigung, Veränderung oder nachhaltige Störung verursachen können“. Christian Meyer betont: „Trotz großer Ankündigungen hat Umweltminister Olaf Lies bisher für die Rettung der Ahlhorner Fischteiche leider wenig getan und nichts erreicht. Er traut sich auch nicht, ein klares Wort an die Landkreise zu richten, damit sie die notwendigen Maßnahmen – wie eine Verschärfung der Schutzgebietsverordnung – ergreifen.“ Dabei sei eindeutig, dass ein Handeln möglich und geboten sei – sowohl seitens der Landesregierung als auch der Landkreise.

Im vergangenen Jahr hatten die Grünen sich vor Ort ein Bild vom Zustand der Ahlhorner Fischteiche gemacht. „Daraus ergab sich die Forderung nach der Anordnung von Gewässerrandstreifen an der Lethe“, erläutert der grüne Landesvorsitzende Hans-Joachim Janßen. Diese sehe die Landesregierung in ihrer Antwort aber nicht als ausreichend effektiv und deshalb unverhältnismäßig an. Stattdessen bringe die Landesregierung eine weitergehende Beschränkung der Ausbringung von Düngemitteln im Umfeld der Lethe ins Spiel. Deswegen wollen die Grünen vor Ort beide Maßnahmen kombinieren.

Für einen finanziellen Ausgleich für die betroffenen Landwirte seien die Grünen offen, heißt es. Möglichst viele Fläche an der Lethe sollte nach Auffassung der Grüne durch Tauschgeschäfte in das Eigentum der öffentlichen Hand überführt werden. Dadurch steige der Gestaltungsspielraum für die Kreise, heißt es in der Mitteilung.