Emstek - In zwei Monaten Bauzeit ist am Franziskus-Kindergarten in Emstek der Neubau der Mensa entstanden. Die Estrichplatten liegen bereits, jetzt fehlen nur noch die Fußbodenheizung, der Boden, die Tapeten und die Einrichtung. Um 85 Quadratmeter ist die frühere Küche erweitert worden, die nicht mehr zeitgemäß und zu klein war, wie Emsteks Bürgermeister Michael Fischer am Mittwochmittag beim Ortstermin in dem Anbau erläutert.
45 Kinder können hier nun gemeinsam mit ihren Erziehern essen. Für die Zubereitung von insgesamt 60 kindgerechten Mahlzeiten ist die Küche ausgelegt, freut sich die Franziskus-Leiterin Monika Heitgerken-Wilke. Denn die Kinder der beiden Krippengruppen essen in ihren Gruppen. „Ich bin begeistert von der schnellen Umsetzung. Die neue Küche und der gemeinsame Essensbereich waren eine große Herzensangelegenheit“, sagt sie.
Kurzfristiges Vorhaben
Erst auf der Klausurtagung im Februar hatten Rat und Verwaltung beschlossen, dass die Mensa an dem Kindergarten gegenüber der Oberschule in Emstek geplant werden soll. Schon in etwa drei Wochen können hier die ersten Kinder zusammen essen.
Umsetzbar war das Vorhaben in diesem kurzen Zeitfenster dank der besonderen Bauart. Denn der neue Anbau ist in Holzrahmenbauweise entstanden, erläutert Franz-Josef Rump, Bauamtsleiter der Gemeinde Emstek.
„In einem Tag stand der Rohbau. Insgesamt vier Wandelemente wurden aufgestellt. Zwei Tage später hatten wir dann schon die Fenster drin“, so Rump. Diese Bauart benötige allerdings eine längere Vorplanung, da im Vorhinein klar sein muss, wo beispielsweise Fenster und Steckdosen gesetzt werden. Sonst habe diese Bauweise aber nur Vorteile gegenüber dem Massivhaus, schwärmt Rump. Die Bauweise sei energetischer, schneller, sie bestehe aus nachwachsenden Rohstoffen, und der Raum sei hervorragend gedämmt.
Zudem sei der Bau wesentlich schneller trocken – für die Mensa wurden nur zwei 10 Liter Eimer Wasser gebraucht – sonst sind es ganze Badewannen-Ladungen. „Nasseste Angelegenheit wird das Tapezieren“, sagt Rump und lacht.
Rasen auf dem Dach
Zum guten Raumklima trägt auch die Außengestaltung bei. In Absprache mit den Architekten hat man sich für eine Lärchenschalung entschieden. „Damit erzeugen wir bewusst einen Bruch zum weißen Klinker“, sagt der Bauamtsleiter. Einen besonders hohen Dämmeffekt soll auch das Flachdach haben. Auf ihm wird Rasen wachsen. Der muss dann zwar regelmäßig vom Bauhof gemäht werden, soll die Wärme aber lange im Raum halten. Und die Kindergartengruppe im Obergeschoss schaut nicht auf ein graues Dach, sondern auf eine grüne Wiese, freut sich auch Kindergartenleiterin Heitgerken-Wilke.
Sowieso hatten die Kinder in den vergangenen Wochen viel zu schauen. So hätte sich der Nachwuchs beim Aufstellen der Wandelemente mit Stühlen hinter dem Bauzaun versammelt, um den Fortschritt ihrer Mensa genau zu beobachten. Die Eltern allerdings konnten sich von den Arbeiten kein Bild machen – aufgrund der Coronapandemie sind sie nur selten im Haus, sagt die Kindergartenleiterin. Bei einem kleinen Fest soll das geändert wird, wünschen sich alle. 180 000 Euro hat die Gemeinde in den Anbau investiert. Über die Teilnahme am Wettbewerb Holzbaupreis Niedersachsen sollen noch 12 000 Euro Preisgeld nach Emstek fließen.
