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Große Nachfrage für Halen und Hesselnfeld Zwei Baugebiete rund um Emstek nehmen Hürden

Emstek - Mit den ersten Voraussetzungen für zwei neue Wohngebiete in der Gemeinde Emstek hat sich am Mittwochabend der Ausschuss für Planung, Umwelt, Bau und Wege der Gemeinde im Ratsaal befasst. Konkret ging es um die Gebiete „Halen – südlich Marienstraße“ und „Emstek – Hesselnfeld – Hinterste Kamp“.

Bei Ersterem ist das Verfahren weiter fortgeschritten. Sowohl die Flächennutzungsplanänderung als auch der Bebauungsplan haben öffentlich ausgelegen. Außerdem hat es dazu bereits im November 2019 eine öffentliche Bürgerversammlung gegeben. Im Verfahren gab es dann Verzögerungen.

Immissionen ermittelt

Aufgrund von möglichen Geruchsimmissionen aus der Landwirtschaft musste eine olfaktorische Messung erfolgen – ein so genanntes Schnüffelgutachten, wie Wolfgang Wilke vom Bauamt erläuterte. Deswegen fanden im Zeitraum von Juli 2020 bis Januar 2021 52 Begehungen statt. „Demnach werden die Orientierungswerte nach Geruchsimmissionsrichtlinie im Bereich der geplanten Wohnbebauung eingehalten“, heißt es nach dem Gutachten.

Weitere Anregungen und Bedenken wurden in der Ausschusssitzung inklusive der Stellungnahme der Gemeinde vorgetragen. Bei einem Nein von Ulrich Kalvelage (SPD) wurden die Anregungen und Bedenken aus der Bürgerversammlung und der öffentlichen Auslegung dem Verwaltungsausschuss, der am 2. Juni tagt, zum Beschluss empfohlen. Dessen Einverständnis vorausgesetzt muss im letzten Schritt des Verfahrens die Satzung über den Bebauungsplan beschlossen werden.

Nein der SPD

Kalvelage störte sich generell an der Ausweisung des Baugebiets. Dieses ist auf einer Fläche von 14,2 Hektar südlich der Marienstraße, nördlich Zum Kämpen und östlich Lether Weg angedacht, 103 Grundstücke sind geplant. Kalvelage sah keine Notwendigkeit für neues Bauland und nannte es ein „Wunder“, dass die Grenzwerte der Geruchsimmissionen unterschritten wurden. Außerdem fürchtete er hohe Erschließungskosten und wollte andere Gebiete in Halen geprüft wissen.

Dem entgegnete Bürgermeister Michael Fischer (CDU), dass es eine hohe Nachfrage nach Bauland gebe und dass das „Schnüffelgutachten“ sehr sicher und genau sei. Wolfgang Wilke gab zu verstehen, dass in Halen viele Gebiete nicht als Baugebiet in Frage kämen, da es an der Verkaufsbereitschaft der Eigentümer mangele oder dort zu hohe Geruchsimmissionen errechnet wurden. Denn das Gutachten koste Geld und Zeit und werde deswegen nicht automatisch beauftragt.

Für Halen gibt es laut Wilke aktuell 315 Bewerber, für Hesselnfeld sogar 491 Interessenten – wobei Dopplungen möglich sind. Kalvelage brachte ein Gebiet an der Baumwegstraße ins Gespräch, die neu gemacht würde. Außerdem befürchtete er eine Überlastung der Schule bei so viel Zuzug. Fischer entkräftete diese Kritik dadurch, dass die Flächen Stück für Stück verkauft werden sollen.

Planentwurf für Hesselnfeld

in erster Planentwurf wurde für das neue Baugebiet „Emstek – Hesselnfeld – Hinterste Kamp“ vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner vorgestellt und vom Fachausschuss dem Verwaltungsausschuss einstimmig zum Beschluss empfohlen. Das erste städtebauliche Entwicklungskonzept wurde laut Stephanie Geelhaar vom Rasteder Planungsbüro verändert. Grund dafür waren Voruntersuchungen zur Oberflächenentwässerung, das aktuelle Geruchsgutachten rund um die Kläranlage sowie eine erste Kostenschätzung. Eigentlich waren großzügige Verkehrsflächen und Grünflächen geplant, die nun zugunsten der Kosten angepasst wurden.

Insgesamt ist das Gebiet 22,36 Hektar groß und soll in einem ersten Teilbereich erschlossen und verkauft werden, ein zweiter Teilbereich könnte mit weiteren Grundstücken folgen. Angedacht ist viel Grün im Randbereich, zudem gibt es eine Bedarfsfläche, beispielsweise für eine mögliche Kita oder ein Seniorenheim. Es soll Gebiete für Ein- und Zweifamilienhäuser geben, außerdem Mischgebietsflächen für Mehrfamilienhäuser und Räume für Gewerbe – beispielsweise für ein Café oder einen Dorfladen.

Grundstücksgröße anpassbar

Bürgermeister Michael Fischer (CDU) führte aus, dass hier 2023 die ersten Grundstücke verkauft werden könnten. Wie viele es werden sollen, ist laut Wolfgang Wilke vom Emsteker Bauamt noch nicht abzusehen. Hier könnten die Flächen individuell auf den Bedarf der potenziellen Häuslebauer zugeschnitten werden. Geplant war, die aktuell landwirtschaftlich genutzte Fläche als „Baugebiet der Zukunft“ mithilfe von Workshops besonders innovativ zu gestalten. Ein Treffen war wegen Corona ausgefallen. Der Workshop soll nachgeholt werden, kündigte Geelhaar an.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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