Emstek/Halen - Massive Kritik hat ein Bürger an den Plänen der Gemeinde Emstek für das Baugebiet „Südlich Marienstraße“ in Halen geäußert. Seine Einwände wurden am Mittwochabend im Ausschuss für Planen, Umwelt, Bau und Wege im Emsteker Ratssaal vorgetragen. Auf der Tagesordnung standen die Satzungsbeschlüsse zur Flächennutzungsplanänderung sowie zum Bebauungsplan.
Die betreffenden Unterlagen zu dem Gebiet waren vom 28. Juni bis 28. Juli öffentlich ausgelegt. Die eingebrachten Anregungen und Bedenken wurden in der Sitzung vorgetragen. Wolfgang Wilke und Franz-Josef Rump vom Bauamt trugen die Einwände vor und stellte dazu gleichzeitig die Antworten der Gemeindeverwaltung vor. Um es vorweg zu nehmen: Keine Anregung macht es laut Gemeinde nötig, das Vorhaben zu stoppen. Die beiden Satzungsbeschlüsse wurden bei einem Nein von Ulrich Kalvelage (SPD) dem Rat zum Beschluss empfohlen.
Kein Wachstum
So stört sich der Bürger, der seine Anregungen über einen Anwalt einreichen ließ, unter anderem daran, dass durch das neue Wohngebiet die Siedlung Halen zerstört würde. Vielmehr müssten dafür Flächen im Ort Halen geschaffen werden. Somit verstoßen die Planung gegen das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Cloppenburg. Ein weiterer Kritikpunkt ist außerdem, dass es nicht Ziel sein dürfe, die Bevölkerungszahlen im Ort zu steigern. Vielmehr müsse der Gemeinde daran gelegen sein, die Lebensqualität zu erhöhen.
Stellungnahme
Die Gemeinde Emstek teilt in ihrer Stellungnahme mit, dass laut Bevölkerungsprognosen vor allem Halen wachsen werde. Das werde durch die hohen Geburtenüberschüsse, die hohe Wirtschaftsleistung und die wachsende Anzahl an Arbeitsplätzen in der Region gefördert.
Aktuell gibt es für das Wohngebiet 315 Interessenten, führte Wilke aus. In den kommenden Jahren sei mit steigenden Einwohnerzahlen zu rechnen. Mehr Bauland entspreche dem Bedarf. Zudem möchte die Gemeinde den steigenden Preisen fürs Bauen und für Immobilien durch mehr Angebote an Grundstücken entgegenwirken.
Lärm und Geruch
Kritik wurde außerdem an der steigenden Verkehrsbelastung geübt. Wilke entgegnete im Namen der Gemeinde, dass durch das Plus an Fahrzeugen keine Überschreitung der Lärmwerte von 60 Dezibel am Tag oder 50 Dezibel in der Nacht prognostiziert werde. Ebenfalls bemängelt wurden Ermittlungsdefizite bei den Emissionswerten. Die Gemeinde stelle den Sachverhalt falsch dar, lautet der Vorwurf.
Um die Gerüche in dem Gebiet zu ermitteln, war ein Gutachten erstellt worden. „Demnach werden die Orientierungswerte nach Geruchsimmissionsrichtlinie im Bereich der geplanten Wohnbebauung eingehalten“, heißt es nach 52 Begehungen des Gebietes. Der Bürger äußerte „begründete Zweifel an den Ergebnissen“. So würden Anwohner dort häufig Putengeruch eines naheliegenden Stalles wahrnehmen. Außerdem wehten Gerüche vom Substratwerk in der Garther Heide herüber.
Prinzipiell könne es, so Wilke, „punktuell“ zu Gerüchen kommen – die würden dann aber nicht die Grenzwerte der Geruchsimmissionsrichtline übersteigen. Wohnen sei also möglich.
„Hinterste Kampe“
Eine weitere Hürde soll auch das Baugebiet „Hinterste Kampe“ in Hesselnfeld in der kommenden Sitzung des Verwaltungsausschusses nehmen. Der tagt am 22. September. Hier sollen die öffentliche Auslegung der Flächennutzungsplan-Änderung und des Bebauungsplanes beschlossen werden. Die Unterlagen könnten dann „zum Ende des Jahres“ ausliegen, so Wilke. Wann hier eine Vermarktung beginnen könnte, vermochte er nicht zu sagen.
