Emstek - Emstek ist nach einer Auswertung des Städte- und Gemeindebundes die erfolgreichste Kleinstadt in Niedersachsen. Dazu wurden landesweit 112 Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 10 000 und 20 000 untersucht, das Ergebnis wurde nun im DNG, der Monatszeitschrift für die kommunale Selbstverwaltung, veröffentlicht. Die Contor GmbH hat die Analyse angefertigt und definiert Erfolg mit einer hohen Attraktivität in der Demographie, der Sozioökonomie, Lebensqualität, Ökonomie und Wirtschaftskraft.
Die Methode
Dabei wurden sowohl der Status Quo und die aktuelle Stärke als auch die Entwicklung der Kleinstadt in diesen Bereichen bewertet. Im Bereich der Demographie wurde betrachtet, wie die Bevölkerungszahl aktuell ist und wie sie sich in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat. Außerdem spielt der Anteil der Menschen unter 20 Jahren eine Rolle, ebenso die Abwanderung in der Gemeinde. Für die Sozioökonomie und die Lebensqualität spielten unter anderem die Arbeitslosigkeit, die Insolvenzen im Landkreis, die Steuereinnahmen und die Zahl der Einfamilienhäuser eine Rolle. Außerdem wurden der Wohnungsmarkt und das verfügbare Einkommen je Einwohner im Landkreis betrachtet. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, die Investitionen im verarbeitenden Gewerbe und der Beschäftigtenanteil in der Gemeinde wurden im Komplex Ökonomie und Wirtschaftskraft berücksichtigt.
Emstek
12 254 Menschen leben aktuell in Emstek, die Bevölkerung ist in den vergangenen fünf Jahren um 3,37 Prozent gewachsen. Der Anteil der Jugend (unter 20 Jahren) beträgt 23,17 Prozent, was einem Minus von 4,76 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren entspricht. Das ist auch eine der wenigen Schwächen in Emstek. Der Arbeitslosenanteil liegt bei 1,44 Prozent, je 1000 Einwohner wurden 1,49 Insolvenzen im Kreis gezählt. 1619 Euro Steuern – Grundsteuer, Gewerbesteuer, Gewerbesteuerumlage, Anteil der Einkommenssteuer und der Umsatzsteuer – nimmt die Gemeinde pro Einwohner ein, sie sind um 21 Prozent gestiegen. Das verfügbare Einkommen pro Einwohner beträgt 22.284 Euro. Es gibt in Emstek 235 Einfamilienhäuser (EFH) je 1000 Einwohner und 371 Wohnungen pro 1000 Einwohner.
Der Beschäftigtenanteil beträgt 50,1 Prozent. Als besondere Stärken werden der erstplatzierten Kleinstadt der Beschäftigtenanteil und die Entwicklung der Einwohnerzahl attestiert. Auch die Steuereinnahmen seien hier vergleichsweise hoch, ebenso wie der Anteil der Menschen unter 20 Jahren, der deutlich über dem Mittelwert liegt. Der Wohnungsbestand jedoch liegt deutlich unter dem Mittelwert der anderen betrachteten Städte.
Garrel
Mit Platz 4 hat auch Garrel eine gute Platzierung erhalten. Besser sind nur Emsbüren (2) und Haselünne (3). In Garrel leben demnach 15 139 Menschen, davon sind 23,22 Prozent unter 20 Jahre alt. In den vergangenen Jahren stieg die Einwohnerzahl um 3,45 Prozent. Der Arbeitslosenanteil beträgt 1,74 Prozent, 957 Euro Steuern fließen pro Einwohner an die Gemeinde. Es wurden 204 EFH und 356 Wohnungen pro 1000 Einwohner gezählt. Der Beschäftigtenanteil an der Einwohnerzahl beträgt 43,63.
Löningen
Steinfeld aus dem Nachbarlandkreis ist auf Platz 6 gelandet. Auf Platz 8 rangiert die Stadt Löningen mit ihren 13 477 Bürgerinnen und Bürgern, von denen 21,69 Prozent unter 20 Jahre alt sind. Der Arbeitslosenanteil beträgt 1,7 Prozent, die Steuereinnahmen je Einwohner wurden mit 1049 Euro berechnet. 253 EFH und 457 Wohnungen je 1000 Einwohner wurden gezählt. Mit 39,85 Prozent wurde der Beschäftigtenanteil an der Einwohneranzahl angegeben.
Die Erkenntnisse
Schaut man sich die Verteilung der „erfolgreichen Kleinstädte“ auf einer Karte an, so falle auf, dass der nordwestliche Teil Niedersachsens insgesamt deutlich stärker auf den vorderen Rangplätzen vertreten sei als der südöstliche Teil, heißt es im DNG. Auf Rang 10 ist Damme zu finden, Rang 15 belegt das Saterland, Dinklage steht auf 16 und Barßel auf Platz 19. „Diese und auch andere Studien oder Analysen zeigen lediglich Daten und die Ergebnisse mathematischer Berechnungen“, heißt es im Magazin weiter. Die Ergebnisse müssten interpretiert werden und könnten dann Hinweise auf Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken geben. Das wiederum könnte „Grundlage von Entscheidungen im Bereich Stadtentwicklung, Standortmarketing, Gewerbegebietsentwicklung, Wohnungsbauentwicklung und anderen Bereichen sein“, heißt es im DNG.
