Emstek - Rund 450 Gastronomie-Gutscheine sind bei der Aktion des Emsteker Handels- und Gewerbevereins (HGV) über den Tresen gegangen. Am 29. November um 12 Uhr war die Aktion gestartet, nach wenigen Minuten waren alle Gutscheine vergriffen.
Hintergrund der Aktion war, dass der HGV den Gastronomen unter die Arme greifen wollte. Unter dem Motto „Gutschein kaufen – Gastronomiebetriebe unterstützen – Arbeitsplätze sichern“ sollten Hilfen in Höhe von 20 000 Euro fließen. Die Hälfte davon stammt aus dem Kirmesbudget der Gemeinde Emstek. Die Kirmes musste 2020 coronabedingt ausfallen. Die zweite Hälfte des Budgets kommt aus dem Verkauf der Gutscheine.
Kunden zahlen Hälfte
Die Kunden konnten ihren gewünschten Gutscheinwert von 10, 30 oder 50 Euro für ein bestimmtes Restaurant, Bistro oder eine Kneipe auswählen. Die Kunden zahlten dabei aber nur die Hälfte des Gutscheinwertes, die andere Hälfte kam aus dem Zuschuss der Gemeinde. Die Aktion ist mittlerweile abgewickelt, berichtet der 1. HGV-Vorsitzende Claus Frye-Büssing. So konnte nun das Geld an die zwölf teilnehmenden Betrieben ausgeschüttet werden.
Auf eine Stippvisite begab sich deswegen Frye mit seinem Vorstandskollegen Peter Kleene und dem Bürgermeister Michael Fischer sowie seinem Allgemeinen Vertreter Reiner kl. Holthaus zu den Gastronomen, um das Geld aus der Aktion nun symbolisch zu übergeben.
Petra und Norbert Backhaus wurde zuerst ein Besuch abgestattet. Sie berichteten, dass noch nicht alle Gastronomen die Staatshilfen in Höhe von 75 Prozent des November-Umsatzes erhalten hätten. Für den Dezember sei noch kein Geld geflossen. Wann es wieder losgeht, können und wollen die Gastronomen noch nicht mutmaßen.
Erste Anfragen
Erste Anfragen für Festivitäten gebe es bereits. Kurzfristig sei in diesem Jahr momentan noch alles möglich – es steht ja nichts im Kalender des Saalbetriebes, scherzt das Gastronomen-Ehepaar. Sie hoffen, dass sie aber spätestens zur Spargel-Saison wieder einige Gäste in den aktuell verwaisten Sälen beherbergen dürfen.
Aufgrund der Impfung hofft Bürgermeister Fischer auf eine rasche Normalisierung, bis Ostern könne es aber weiter Einschränkungen geben, fürchtet er. Auch deswegen ist schon der Forsythiensonntag vom März auf den 18. April verschoben.
Fisch will deswegen eine Wiederholung der Gutschein-Aktion nicht ausschließen. Generell sei in der Gemeinde Emstek geplant, eine „Corona-Endparty“ zu feiern, wenn die Situation sich beruhigt habe.
Diese solle dann aus dem Topf gezahlt werden, der sonst für Festivitäten der Gemeinde zur Verfügung steht – und der in der Vergangenheit nicht angetastet wurde. So steckt in der Krise auch etwas Gutes.
