Cloppenburg - Über ihre Trainingsvorbereitung und die Erfahrungen bei einem Triathlon berichtete die Emstekerin Gesa Moormann an der Cloppenburger Liebfrauenschule. Die beiden Prüfungskurse Sport des 12. und 13. Jahrgangs hatten sich unter der Leitung von Sabine Unland und Birgit Lucassen im Unterricht mit der theoretischen Trainingslehre und einer möglichst zielgenauen Vorbereitung auf so einen Wettkampf vorbereitet. „Die Einblicke, die Gesa Moormann nun liefern konnte, waren dann jedoch noch weit intensiver und stießen auf reges Interesse bei den jungen sportbegeisterten Zuhörern“, heißt es vom ULF.
Nach etwa 14 Stunden erreichte sie gemeinsam mit ihrem Vater Hartmut im vergangenen Oktober die Ziellinie des Ironman Barcelona – ein Wahnsinnsgefühl, nicht zu beschreiben, wie Gesa selber sagt. Wie kommt man auf die positiv verrückte Idee, den Ironman zu bewältigen? Und wie bereitet man sich auf so eine Herausforderung körperlich und mental vor?
Die Vorbereitung
Neun bis elf Monate Vorbereitung auf den Tag X sind nötig, um bestmöglich in eine der größten sportlichen Herausforderungen zu starten. An ihrer Seite stand Gesa ein erfahrender Trainer, der mit ihr und ihrem Vater eine individuelle Trainingssteuerung entwickelte. Angefangen mit einer dezidierten Leistungsdiagnostik, in der unter anderem der bisherige Laufstil und die aktuelle trainierte Energiebereitstellung des Körpers analysiert wurden, über die Erarbeitung eines streng getakteten Ernährungsplans während des Wettkampfs bis hin zu mentalem Training und Achtsamkeitsübungen wurden Trainingspläne erarbeitet. Nebenbei bereitete Gesa sich in der ersten Phase des Trainings auf ihr Abitur vor und legte dieses im Sommer 2022 erfolgreich an der Liebfrauenschule ab. „Da blieb kaum Zeit für andere Aktivitäten, das war schon eine sehr fordernde Zeit. Aber mit einem klaren Ziel vor Augen geht das“, so Gesa im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern.
Der Wettkampf
„Am Tag des Wettkampfs an der Startlinie zu stehen, war schon ein ganz besonderer Moment. Angst, Vorfreude, Nervosität – man fühlt alles gleichzeitig. Alles ist vorbereitet, die Proviantbeutel hängen an den Versorgungspunkten, die Ausrüstung ist gecheckt. Los geht’s!“ Sehr anschaulich berichtete Gesa von dem Wettkampf selbst, der wohl am besten als eine Achterbahnfahrt zu beschreiben ist.
Schwimmen im offenen Meer vor der Küste Barcelonas stellte die erste große Herausforderung dar. Ein so hoher Wellengang war neu und behinderte die Sicht, so dass Gesa sich immer wieder Richtung Wendeboje orientieren musste. Etwa 500 Meter schwamm sie dadurch extra, was natürlich gleich zu Beginn des Rennens frustrierend war. Auch die Radstrecke stellte durch das hügelige Profil ungewohnte Schwierigkeiten dar. Es mussten zwei Runden à 90 km bewältigt werden, 45 km gingen zunächst stetig bergauf. „Das war sehr kraftraubend, auch wenn der Rückweg natürlich Spaß gemacht hat. Da konnte man einfach laufen lassen, musste aber sehr konzentriert fahren. Die ein oder andere Kurve nimmt man da mit 40 km/h. Und die zweite Runde war die Hölle, da man wusste, was auf einen zukommt. Da war ich in jedem Moment kurz vorm Aufhören.“
Reine Kopfsache
Warum Gesa in solchen Momenten, die sie auch in der Vorbereitung immer wieder hatte, weiter das Ziel in Blick behielt, ist laut der Emstekerin reine Kopfsache. Den Ironman besiege man im Kopf. Ohne intensives Mentaltraining schaffe man es nicht. Und die so trainierte mentale Stärke trug sie dann auch über die abschließenden 42,195 Kilometer und konnte sich nach 14 Stunden gemeinsam mit ihrem Vater, mit dem sie die letzte Runde gemeinsam lief, als Finisher des Ironman Barcelona feiern lassen.
„Es ist rein optisch nicht die schönste Medaille, aber ich bin unglaublich stolz auf sie. Und ja, ich mache weiter. Einige Strecken habe ich noch auf der Liste: Hamburg, Frankfurt, Roth. Die würde ich gerne noch laufen.“ Kein Problem für Gesa, da waren sich beide Kurse voller Respekt einig.
