Landkreis Cloppenburg - Auch wenn es einem die aktuellen Sommertemperaturen gerne vergessen lassen – der Winter kommt bestimmt und mit ihm auch wieder eine Heizperiode. Und die könnte in diesem Jahr aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und den damit einhergehenden Problemen bei der Gasversorgung durch die Russen ganz anders laufen als die bisherigen. Schon seit Wochen predigen nicht nur Politiker und Experten, dass alle Menschen Gas für den Winter sparen sollen.
„Drängendes Thema“
Stichwort predigen: Wie stehen eigentlich die Kirchen im Landkreis Cloppenburg zur Energieknappheit, steigenden Preisen und Problemen bei der Versorgung? Als „drängendes Thema“ bezeichnet Kreispfarrerin Martina Wittkowski die steigenden Energiekosten. Eine Alternative zu den Feiern in den größeren Kirchengebäuden könnte die „Winterkirche“ sein. Das würde bedeuten, dass Gottesdienste in leichter zu beheizende Gemeindehäuser verlegt würden. Generell sei geplant, die Temperaturen in den Kirchen und Gemeindehäusern abzusenken.
„In einigen Kirchengemeinden wird über die Nutzung der elektrisch zu beheizenden Sitzbänke nachgedacht, für die die Energie eventuell aus Photovoltaikanlagen gewonnen wird“, erklärt Wittkowski weiter. Andere Ideen wie das Verteilen von Decken an die Gottesdienstbesucher oder von heißem Tee vor dem Gottesdienst werden ebenfalls überlegt.
Auch langfristig will die evangelisch-lutherische Kirche ihrem Anspruch auf mehr Energieeffizienz nachkommen, so Wittkowski. Es gebe schon seit Jahre vom Gebäudemanagement der Kirche in Oldenburg Richtlinien und Anreize durch Förderung – zum Beispiel durch energetische Sanierung und Erneuerung von Heizungsanlagen – Energie einzusparen und zunehmend auf die Quellen erneuerbarer Energie zu setzen.
„Die Frage des Energiesparens ist auch für das Offizialat Vechta (BMO) und die katholischen Einrichtungen in der Region von großer Bedeutung – in sozialer, politischer und ökologischer Hinsicht“, teilt der Pressesprecher des Offizialats, Dr. Phillipp Ebert, auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Dank langfristiger Verträge rechnet das BMO für viele kirchliche Einrichtungen nicht mit steigenden Gaspreisen. Es sei trotzdem wichtig, in der Krise verantwortlich mit den begrenzten Ressourcen umzugehen. Ebert betont aber weiterhin, dass man den Gemeinden keine Vorschriften beim Energiesparen machen wolle. Vielmehr sollten die Pfarrgemeinden und Einrichtung vom Know-how beim Offizialat profitieren. Deswegen wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die Vorschläge und Empfehlungen ausarbeiten soll. „Nach der Sommerpause wird sich auch die Leitungskonferenz des BMO mit dem Thema befassen und auch klären, wo wir selbst im BMO unseren Energieverbrauch reduzieren können“, so Ebert weiter.
Thema bei Sanierungen
Das Thema ist indes auch für die katholische Kirche kein Neues: Bei Sanierungen und Neubauten liege der Fokus schon seit Jahren auf energetischer Sanierung und Erneuerbaren Energien – natürlich unter der Voraussetzung, dass es der Denkmalschutz erlaubt. Ein besonders positives Beispiel wird derzeit in Cloppenburg umgesetzt. Das Pfarrhaus und das Beratungshaus im Kirchenumfeld von St. Andreas kann auch dank der Fördermittel durch die KfW-Bank im klimafreundlichen Energieeffizienzstandard 55 beziehungsweise 40 gebaut werden.
