Elisabethfehn/Barßel - Die Grünflächen nördlich und südlich der Adlerstraße in Elisabethfehn-Süd sind im Flächennutzungsplan Barßels bisher als Sportplätze eingetragen. Der Rat der Gemeinde Barßel stellte auf seiner Sitzung am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus in Elisabethfehn die Weichen, um sie als Wohnbauland nutzen zu können. Während die CDU-Fraktion mit ihrer absoluten Mehrheit geschlossen für die Änderung des Flächennutzungsplanes stimmte, sprachen sich SPD, Grüne und Bürgerfraktion dagegen aus.
Bislang kickten dort die Spieler des Sportvereins Elisabethfehn. Für einen der beiden Plätze wurde das Pachtverhältnis durch den Eigentümer nicht verlängert. Der Sportverein plant zudem, seinen Standort die Schleusenstraße in Dreibrücken zu verlegen. Damit sei absehbar, dass beide Sportflächen nicht mehr betrieben werden. Die Darstellung im Flächennutzungsplan sei also überholt, heißt es in der Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung. Es sei für die langfristige Gemeindeplanung nicht erforderlich, hier weiter Raum für Sportanlagen vorzuhalten.
DAs sagt der Verein
Doch das sah der Vorsitzende des SV Elisabethfehn Wilhelm Kassens in der Einwohnerfragestunde ganz anders. „Es entsteht der Eindruck, als bräuchten wir den Sportplatz an der Kuckuckstraße nicht mehr. Das ist nicht so. Er herrscht noch Spielbetrieb und viele Kinder benutzen ihn als Spielplatz. Mit dem Eigentümer ist vereinbart, dass wir den Platz nutzen können“, erklärte Vorsitzender Kassens.
DAs sagt die Opposition
Ratsherr Hubert Niemeyer von der Bürgerfraktion sagte: „Ich kann es nicht verstehen, warum dort nun der Flächennutzungsplan geändert werden muss.“ Er habe mit Anwohnern gesprochen, und die wünschten sich weiterhin den Sportplatz. Ein Änderung tue jetzt nicht Not, so Niemeyer.
Auch die SPD äußerte Sorge, wo dann die Kinder kicken und spielen können. „Die SPD unterstützt die Ausweisung von Wohnbaugebieten. Aber nicht hier. Der Platz hat eine soziale und kulturelle Bedeutung für die Bürger. Viele Kleinkinder nutzen das Gelände als Spielplatz“, meinte Ratsfrau Rieke Klawon (SPD). Sie beantragte, einen Teil der Fläche als Begegnungsort auszuweisen. „Der Platz muss als Spiel- und Bolzplatz erhalten bleiben“, sagte auch Ratsherr Hannes Coners (Grüne).
Sicht der Verwaltung
„Wenn es bei der Umwidmung zu Irritationen gekommen ist, ist das unschön. Hier geht es nicht um die Ausweisung eines Baugebietes, sondern nur um eine Änderung des Flächennutzungsplanes“, versicherte Bürgermeister Nils Anhuth. Es handele sich um eine vorausschauende Planung – nicht mehr. „Wir stellen die Weichen für die Zukunft, wenn der Platz nicht mehr vom Sportverein genutzt wird. Zudem steht die Fläche noch im Privateigentum und darüber können wir gar nicht verfügen.“
DAs sagt die CDU
„Wir ändern ja nur den Flächennutzungsplan. Vom Baugebiet ist gar nicht die Rede“, so Ratsherr Hans Eveslage (CDU). Sein Ratskollege Jörg Kleemann berichtete: „Der Eigentümer ist selbst aktiver Sportler des SVE. Ich habe mit ihm gesprochen. Er gibt die Fläche nicht einfach her zur Bebauung.“
Annegret Meyer von der Bürgerfraktion zweifelte an dieser Zusicherung: „Wenn er das so sagt, ist das ja prima. Warum soll dann der Flächennutzungsplan mit dem Ziel von Wohnbauflächen jetzt schon geändert werden?“ CDU-Ratsherr Steffen Haak wies das zurück: „Ich kann es nicht verstehen, dass hier Ängste geschürt werden. Wir treffen nur eine Vorsorge für spätere Zeiten.“
