Thüle - Er wollte immer Koch werden und hat sich auf dem Weg zu seinem Traumberuf nie die Suppe versalzen lassen. Drei Wochen Töpfe und Teller spülen schmeckte ihm als Praktikant wenig, aber er nahm es für die kulinarische Karriere in Kauf. Den manches Mal recht rauen Ton in Großküchen ertrug er dann während seiner Ausbildungszeit ebenso tapfer wie das Heimweh Hunderte Kilometer weit weg von zu Hause.
Engagement
Seit genau 50 Jahren steht Klaus Fleming hinterm Herd und ist Gastronom aus Leidenschaft. Und dabei blickte der 65-Jährige grundsätzlich auch über den Tellerrand hinaus und bewies gesellschaftliches Engagement – für die eigene Branche zuletzt als Vorsitzender des „Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Stadt und Land“, dem der Cloppenburger zwölf Jahre vorstand. Dafür dankten ihm Mitstreiter und Kollegen beim 62. „Fest der Gastronomie“ im Thüler Landgasthof „Zur Linde“ in besonderer Weise.
Meike Schlömer-Thomann, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit Rainer Haberland Flemings Nachfolge im Kreisverband antrat, ernannte ihn vor rund 130 Gästen zum Ehrenvorsitzenden. „Du warst immer positiv eingestellt, hast dich für den Dehoga eingesetzt und das alles mit einem Lächeln im Gesicht und klaren Zielen“, lobte die Gastronomin und erinnerte auch an „interessante Diskussionen und Gespräche“ sowie die Organisation von Aktionen und Veranstaltungen. Flemings Motto „Gemeinsam können wir alles erreichen“ galt auch während der Corona-Zeit, die das Gastgewerbe vor hohe Hürden stellte. „Und es ist mir eine Ehre, dich für deine außerordentlichen Verdienste in unserer Region auszuzeichnen“, betonte die Vorsitzende, bevor sie an Hildegard Kuhlen, Geschäftsführerin des Dehoga-Bezirksverbandes Weser-Ems, übergab, die Klaus Fleming mit Birgit Kolb-Binder, Vize-Präsidentin des Dehoga-Niedersachsen, die Ehrennadel in Gold verlieh. Mit Ehefrau Yvonne erhielt er die Ehrenurkunde des Verbandes.
Rückblick auf Höhepunkt
Die Freude über die Wertschätzung war dem Geehrten anzusehen. Gerührt dankte er Meike Schlömer-Thomann ganz persönlich für die erfolgreiche Zeit „und den Spaß, den uns keiner mehr nehmen kann“ sowie darüber hinaus allen Mitstreitern für ihre Unterstützung und das Vertrauen. Neben den Spargel,- Kohl- und Wildessen, den Bällen und Fortbildungen bleibe die Ausrichtung der dreitägigen niedersächsischen Verbandstagung 2014 mit 400 Teilnehmern in besonderer Erinnerung. „Eine Herkulesaufgabe, die wir gemeistert haben“, berichtete Fleming über einen der Höhepunkte im Ehrenamt, das er neben seinem zeitaufwändigen Beruf verlässlich ausfüllte. Ausgebildet wurde er im Hotel und Restaurant Schloss Wilkinghege in Münster, ging in Spanharrenstätte den Schritt in die Selbstständigkeit und war ab 1989 Chef des Cloppenburger Schützenhofes. Rund 20 Jahre später schließlich der Wechsel zur Stadthalle an die Mühlenstraße, wo er seine Gäste noch bis Oktober im „Fleming“ verwöhnt, dann möchte sich der Gastronom aus dem aktiven Geschäft zurückziehen.
Beim Wirteball bescherte er im weiteren Verlauf des Abends acht Gewinnern attraktive Hauptpreise bei der Tombola und schloss sich auch dem lang anhaltenden Applaus für die Thüler Gastgeber Gerlinde und Hubert Möller sowie Sohn Marcel Möller gerne an, die mit ihrem Team kulinarisch keine Wünsche offen ließen und einen professionellen wie sympathischen Service garantierten.
