Cloppenburg - Schlechte Sicht, Unübersichtlichkeit, weite Wege, viele Hindernisse: Einen Brand in einer Tiefgarage zu löschen, ist für Feuerwehrleute eine besondere Herausforderung. Dieser haben sich am Mittwoch von 19.15 bis 21 Uhr insgesamt 40 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Cloppenburg beim Kreishaus an der Eschstraße 29 gestellt. Den Einsatz geleitet hatten Stadtbrandmeister Horst Lade und dessen Stellvertreter Dieter Leuschner. Für die Einsatzplanung zeichneten der zweite stellvertretende Stadtbrandmeister Uli Lade sowie Gruppenführer Sebastian Leuschner verantwortlich.
Das Szenario: Im hinteren Teil der Kreishaus-Tiefgarage war es zu einem undefinierten Feuer gekommen: Benzin-, Diesel- und Elektroautos stehen in Flammen. Dazu war noch jemand in die brennende Tiefgarage gefahren. Völlig orientierungslos musste auch er von der Feuerwehr gerettet werden. Er saß noch am Steuer und hatte durch lautes Hupen auf sich aufmerksam gemacht.
Darüber hinaus verletzte sich noch ein Unbeteiligter bei der Evakuierung des Kreishauses. Dieser musste mit der Drehleiter aus dem 1. Obergeschoss in Sicherheit gebracht werden.
„Ein Schlauch kann schnell auch einmal an einem Reifen oder einem anderen Hindernis hängenbleiben. Bei der schlechten Sicht eine nicht zu unterschätzende Gefahr“, berichtete Feuerwehr-Sprecher Björn Lichtfuß auf Nachfrage unserer Redaktion. Dazu komme die enorme Hitzeentwicklung, die im schlimmsten Falle zu einem Zusammensacken der Tiefgarage führen könne.
Um diejenigen Feuerwehrleute, die sich zum Löschen in der Garage befinden, bei Gefahr oder möglichen Verletzungen schnellstmöglich evakuieren zu können, brauche es eine stattliche Zahl von Atemschutzgeräteträgern in Bereitschaft. Dieser Bedarf – so Lichtfuß – könne im Wesentlichen aus nachalarmierten Kräften der umliegenden Feuerwehren gedeckt werden. „Um einen Fünfertrupp heraustragen zu können, brauche ich zehn Atemschutzgeräteträger. Eine ganz einfache Rechnung.“
Unter dem Strich zeigte sich die Feuerwehr-Führung mit der Übung zufrieden. Es war im Übrigen das erste Mal, dass in der 32-jährigen Geschichte des Cloppenburger Kreishauses an der Eschstraße dort geübt wurde.
