Bösel - Gas ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aus einem Tank auf dem Bahnhofsgelände in Bösel ausgetreten. Offenbar hat ein Unbekannter mutwillig ein Gasventil geöffnet. Die Feuerwehr Bösel wurde um 23.38 Uhr alarmiert – da soll der Tank schon circa eine Stunde „gezischt“ haben, berichtet Gemeindebrandmeister Arthur Kasperczyk. Gas war zu riechen, die Gaswarngeräte schlugen an, es war mit einer explosiven Atmosphäre rund um den Tank zu rechnen. Allerdings habe für die angrenzenden Gebäude und die Bevölkerung, sowie das angrenzende Firmengelände, auf dem große Mengen Plastik lagern, keine Gefahr bestanden. Das Gas sei ausreichend verwirbelt worden.
Kurzer Einsatz
Um herauszufinden, um was für ein Gas es sich handelt, mussten die Feuerwehrleute googlen um sich mit Karl-Heinz Scholz, dem ersten Vorsitzenden des Vereins Museumsbahn Friesoythe-Cloppenburg, verbinden zu lassen. Dieser habe ihnen mitgeteilt, dass es sich um einen Erdgastank handelt, an dem es schon einmal zu einer mutwilligen Öffnung eines Gasventils gekommen sei. Ein Trupp unter Atemschutz habe mit Scholz Hinweisen ziemlich schnell ein Ventil an dem Tank schließen können. Damit war der Einsatz beendet.
Allerdings sei über die Leitstelle auch der Gefahrenzug aus Cloppenburg alarmiert worden, berichtet Pressesprecher Markus Tholen: „Warum, wissen wir ehrlich gesagt auch nicht. Aber das konnten wir noch auf deren Anfahrt abbrechen.“ Die drei Fahrzeuge und 22 Mann der Feuerwehr Bösel hätten schnell wieder einrücken können und seien gegen 0.30 Uhr wieder „im Bett“ gewesen.
Indes: Gemeindebrandmeister Kasperczyk wundert sich weiterhin, warum ein nicht vollständig entleerter Gastank ungesichert auf einem Grundstück unweit eines riesigen Plastiklagers steht. „Der Domdeckel war nicht gesichert, der war stümperhaft draufgesetzt und konnte einfach so geöffnet werden“, sagt Kasperczyk. „Der Tank hatte kein Zeichen, wir konnten also nicht sehen, was drin ist.“ Er habe den Landkreis Cloppenburg über die Situation informiert.
Scholz räumt im Gespräch mit unserer Zeitung ein, dass es sein könne, dass der Tank nicht ganz leer war. Es sei bereits vor circa einem Jahr vorgekommen, dass jemand ein Ventil am Gastank geöffnet habe. Doch damals sei er recht kurzfristig danach da gewesen, um es wieder zuzudrehen. Scholz hatte angenommen, der Domdeckel sei mit einem Vorhängeschloss gesichert. Er habe nicht gewusst, dass auf der anderen Seite des Deckels die Verankerung gelöst worden war.
Verein räumt Gelände
Der Museumseisenbahn-Verein habe, der seit Jahren immer wieder unter Vandalismus am Bahnhof leidet, sich den Gastank zugelegt, um damit eine Heizung im Vereinsschuppen am Böseler Bahnhof zu betreiben. Doch dazu sei es nie gekommen. Im Gegenteil: Das Team der Museumsbahn baue gerade alles am alten Bahnhof in Bösel zurück und verkauft Stück für Stück Wagons, Loks, Einzelteile, aber zum Beispiel auch die Pflastersteine. Eine Reaktivierung der Strecke bis Friesoythe werde mindestens noch drei bis fünf Jahre auf sich warten lassen, sei ihnen mitgeteilt worden. Zudem nutze der Verein nicht nur die Fläche Friesoyther Eisenbahngesellschaft (FEG), sondern auch eines Privatmannes, der diese nun benötige.
