Landkreis Cloppenburg - Auch an Gymnasien im Kreis Cloppenburg sollten künftig nach dem Willen der Elternvertreter Schulsozialarbeiter beschäftigt werden. Diesen Wunsch haben Inge Gerdes-Budde (Elternvertreterin Copernicus-Gymnasium) und Michaela Paschen (Kreiselternrat) am Dienstagabend im Sozialausschuss des Kreises geäußert.
Anlass dafür war ein Antrag der CDU-Fraktion, die Städte und Gemeinden für die Jahre 2024 bis 2028 mit Mitteln für die Förderung der Sozialarbeit an Schulen auszustatten. Hintergrund ist, so Rasmus Braun von der CDU, dass man den Schulsozialarbeitern jetzt schon eine langfristige Perspektive geben wolle. Die Förderung wäre sonst wieder turnusgemäß 2023 ausgelaufen. Und das Geld fließt eben nicht an die Gymnasien, sondern an die Grund- und Oberschulen.
Finanzierung seit 2011
Hintergrund dieser Struktur ist, so erklärte Erster Kreisrat Ludger Frische auf Nachfrage der Elternräte, dass der Landkreis 2011 schon die Finanzierung der Schulsozialarbeit übernommen hatte, damals noch mit der Hilfe von Bundesmitteln. Damals hatte das Land seine Zuständigkeit für diese Aufgabe noch nicht übernommen. „Wir haben damals gesagt, wir springen ein und haben die Bundesmittel verteilt, weil wir den Bedarf gesehen haben“, so Frische weiter. Damals habe er auch Gespräche mit Schulleitern von Gymnasien geführt und die hatten keinen Bedarf dafür gesehen.
Und so profitierten Grund-, Haupt und Realschulen sowie Integrierte Gesamtschulen. Mittlerweile habe das Land die Zuständigkeit anerkannt, der Kreis führt die Finanzierung aber dort fort, wo das Land seiner Verpflichtung noch nicht nachkommt.
Frische sieht gleichwohl jetzt auch den Bedarf an Gymnasien. „Schulsozialarbeit ist aber eine Aufgabe des Landes und wenn wir jetzt dieses Fass aufmachen, mischen wir uns in Landeszuständigkeiten ein“, erklärte der Erste Kreisrat.
„Es gibt einen Bedarf an Gymnasien. Mir fehlt der Weg, den wir gehen können“, kritisierte Kreiselternrätin Paschen. Frische verwies an den Landtagsabgeordneten Stephan Christ, der auch für die Grünen im Kreistag sitzt. Dieser könne Gespräche mit der Grünen-Kultusministerin Julia Hamburg führen, sagte Frische.
Mit Hamburg sprechen
Den Bedarf an Gymnasien sah Detlef Kolde nicht, der als Polizist arbeitet. Soziale Brennpunkte sieht er vor allem an den Oberschulen.
Hannes Coners brach eine Lanze für die rot/grüne Landesregierung. Auch Ministerin Hamburg sei die Schulsozialarbeit wichtig. Das sahen andere Ausschussmitglieder anders. Braun, selbst Leiter der Oberschule in Altenoythe, kritisierte, dass in 2023 keine weiteren Stellen für die Schulsozialarbeit vom Land ausgeschrieben worden seien.
Klaus Karnbrock (CDU) machte deswegen einen Vorschlag in Richtung der Elternräte: „Wir haben gehört, dass die Ministerin für Geld sorgen will. Da es aber keine zusätzlichen Stellen gibt, sollen sich die Elternvertreter doch bei Herrn Coners melden und der spricht mit der Ministerin.“
