Lohne/Vechta - Für die Nachfolgenutzung des Lohner St.-Franziskus-Hospitals, das im Rahmen der geplanten Fusion der Kliniken Lohne und Vechta am Standort Vechta geschlossen werden soll, haben Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet (CDU) sowie die Fraktionschefs der im Rat vertretenen Parteien am Freitag einen Forderungskatalog an den Vechtaer Offizial Weihbischof Wilfried Theising und den Vorstandsvorsitzenden der Schwester-Euthymia-Stiftung (SES), Ulrich Pelster, geschickt. Mit der Erweiterung des Marienhospitals in Vechta werden in Lohne 6000 Quadratmeter Nutzfläche sowie 140 Betten wegfallen. Die Stadt Lohne – auch wenn sie nicht Trägerin des St. Franziskus-Hospitals ist - habe allein in den vergangenen zehn Jahren 1,5 Millionen Euro direkt in den Krankenhausstandort investiert, zuletzt in die Errichtung eines Demenzpflegebereiches, hieß es Daneben seien von der Stadt u.a. das Franziskus-Parkhaus (Kosten: 4,6 Mio. Euro netto) sowie einen Mitarbeiter-Parkplatz (Kosten 500.000 Euro) errichtet worden. „Aufgrund der Gesamtentwicklung und der in diesem Zusammenhang getroffenen Entscheidungen fordern wir Sie gemeinsam auf, für unseren Krankenhausstandort eine verbindliche, langfristige und wirtschaftliche Nachnutzung in Lohne zuzusagen“, heißt es in dem Brief.
Die Forderungen
Der Forderungskatalog für ein neues regionales Gesundheitszentrum am Standort Lohne im Einzelnen: 1. Es wird ein erweitertes ambulantes Operationszentrum für den gesamten Landkreis Vechta in Lohne eingerichtet, bei dem die SES garantiert, dass alle Eingriffe in Lohne stattfinden. 2. Die stationäre geriatrische Rehabilitation in Vechta wird aufgegeben. Zum Aufbau dieser Einrichtung in Lohne stellt die SES die benötigten Eigenmittel bereit. 3. In Lohne wird eine stationäre und ambulante orthopädische Rehabilitation eingerichtet, und seitens der SES werden die benötigten Eigenmittel bereitgestellt. 4. Die Verlegung der Dialyse von Vechta nach Lohne wird seitens der SES aktiv und intensiv betrieben. Ein weiterer Ausbau des Standortes Vechta erfolgt nicht. 5. Der langfristige Bestand des Bildungszentrums in Lohne wird für mindestens 30 Jahre garantiert. 6. Sobald die Möglichkeit der Förderung regionaler Gesundheitszentren gemäß § 12 des Niedersächsischen Krankenhausgesetzes besteht, wird die SES dies umgehend aktiv beantragen und intensiv für eine Förderung eintreten. 7. Die SES wird am Standort Lohne den Aufbau eines gemeindepsychiatrischen Zentrums vorantreiben und geeignete Räumlichkeiten bereitstellen. 8. Die Verwaltungs- und Dienstleistungsteile der SES (z.B. Logistik, Personalwesen) werden in Lohne angesiedelt.
Zudem soll zugesichert werden, dass am Krankenhausstandort Vechta keine weiteren Ärztehäuser errichtet oder ausgebaut werden, um den Wegzug bestehender Facharztpraxen aus Lohne zu verhindern. Als Signal, dass die SES ernsthaft an den Lohner Standort glaubt, werde die anstehende Sanierung der Schwimmbadtechnik für das Bewegungsbad im Lohner Krankenhaus durch die SES finanziert.
Ärzte appellieren
Bereits am Donnerstag hatten die Chefärzte und die Pflegedirektion des St. Franziskus-Hospitals Lohne in einem offenen Brief die Zusammenlegung der Krankenhäuser Vechta und Lohne begrüßt. „Wir halten diese Zusammenlegung für unerlässlich für eine zukunftsfähige Patientenversorgung, für die Gewinnung hochqualifizierter Mitarbeiter und für die Sicherung der ortsnahen Versorgung zwischen Osnabrück und Oldenburg.“ Chefärzte und Pflegedirektion forderten alle Verantwortlichen auf, sehr rasch die Antragstellung an das Land Niedersachsen möglich zu machen. Wenn dies nicht geschehe, werde eine außerordentlich große Chance vertan. „Wir hoffen sehr, dass dies allen Beteiligten klar ist und lokale Interessen nicht das gemeinsame Ziel gefährden.“
