Cloppenburg - Mit Potenzialanalysen für Freiflächen-Photovoltaik und Windkraft sowie einem städtischen Förderprogramm für Klimaschutz-Maßnahmen möchten Verwaltung und Politik in Cloppenburg etwas für den Klimaschutz bewegen. Diese Themen wurden am Donnerstagabend im Ausschuss für Klima, Umwelt und Natur behandelt und dem Rat zum Beschluss empfohlen.
Genossenschaft
Für die Erarbeitung eines Windkraft-Konzepts sei bereits ein Büro gefunden worden, erklärte Planungsamtsleiter Björn Drebbermüller. UWG/Grüne wollten mit ihrem Antrag aber noch weitergehen und prüfen lassen, ob es Möglichkeiten für eine Energiegenossenschaft und die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen geben könne. Diese Ideen seien grundsätzlich interessant, argumentierte die CDU/FDP/Zentrum-Gruppe, aber zu früh. Man wolle erst die Ergebnisse der Analyse abwarten. „Die CDU ist immer ein paar Jahre zurück“, kritisierte Andreas Borchers (SPD/Linke) die abwartende Haltung. Er plädierte dafür, mutig zu sein und voranzugehen. „Der politische Prozess ist langwierig. Wir verlieren unnötig Zeit“, kritisierte Dr. Katja Thieke für die antragstellende Gruppe Grüne/UWG. Der Antrag, das Vorhaben in die Fraktion zu verweisen, wurde bei sieben Ja- und sechs Neinstimmen dem Rat zum Beschluss empfohlen.
Aktionstage
Gleiches Ergebnis und gleiche Stimmverteilung gab es für einen weiteren Antrag von Grüne/UWG, einen Arbeitskreis für Aktionstage für Nachhaltigkeit in Cloppenburg einzurichten. Diese sollte für September 2023 vor dem Cityfest organisiert werden. CDU/FDP/Zentrum wollten diese Anliegen und Ideen für die Tage lieber nochmal in den Fraktionen beraten.
Photovoltaik
Einigkeit herrschte aber bei der Erstellung einer Freiflächen-Photovoltaik-Potenzialanalyse. Ein noch zu findendes Büro entwirft einen Kriterienkatalog – beispielsweise Abstände zu Wäldern, Bodenbeschaffenheit –, um dann das Stadtgebiet daraufhin zu untersuchen, wo Photovoltaik auf Flächen stehen kann, erklärte Drebbermüller. Er wies darauf hin, dass diese Planung im Einklang mit der Windkraft-Analyse stehen solle, damit sich die Flächen nicht gegenseitig behinderten. Der Planungsamtsleiter rechnet damit, dass die Analyse in spätestens eineinhalb Jahren fertig ist.
Klimaschutz
Drebbermüller und dessen Kollegin Juliane Gentner vom Klimaschutzmanagement der Stadt gaben in der Sitzung einen Überblick über den aktuellen Sachstand der Klimaschutzaktivitäten. Dabei wurde unter anderem erklärt, dass für die 22 städtischen Gebäude geprüft wurde, wo Photovoltaik installiert werden kann. Derzeit laufen bei sieben Gebäuden Tragfähigkeitsermittlungen, und bei fünf Gebäuden wurden künftige PV-Anlagen bereits bedacht. Die Stadtverwaltung habe sich außerdem den Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen und Pflanzen im öffentlichen Raum auf die Fahne geschrieben. In diesem Zusammenhang sollen auch Bewässerungssysteme verbessert und die Biodiversität gefördert werden. Eine Idee sind außerdem Patenbäume für Bürger und Unternehmen.
Ein weiteres Projekt ist die Renaturierung von Gewässern, um an der Piske und der Soeste die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. In 2023 soll es eine Kampagne zum Ausbau der Solarenergienutzung geben. Geplant sind weiterhin Bildungsangebote für Erwachsene sowie Energiesparprojekte in Kindergärten und Schulen. Der Marktplatz soll nach den Ideen der Stadtverwaltung außerdem zu einem Klimamarktplatz umgebaut werden. Dazu sollen Teile des Pflasters weichen und der Marktplatz stärker bepflanzt werden. Dort soll es künftig Trinkwasserbrunnen, Elektroladesäulen und ein Fahrradstellplatz mit Solardach geben. Dieses Projekt soll 2024 angegangen werden.
In zwei Jahren soll bei kommunalen Veranstaltungen fleischarmes Catering angeboten werden, ein Verschenk-Laden soll etabliert werden, und die es sollen Möglichkeiten zum verpackungsarmen Einkaufen geschaffen werden. Zukünftig sollen außerdem zwei Konzepte den Klimaschutz in der Stadt stärken: das Mobilitätskonzept und das Klimaschutzkonzept.
