Friesoythe - Vogelhäuschen bauen im Herbst? Oh ja. Über den Winter dienen sie den Vögeln als Unterschlupf. In der Tischlerwerkstatt des Sozialen Briefkastens werden meistens passgenaue Möbel angefertigt – derzeit zum Beispiel raumhohe Schränke für ein Altenheim. Aber im Frühjahr bauten die Mitarbeiter 100 Vogelhäuschen für die Stadt Friesoythe. Sie wurden überall im Stadtgebiet aufgehängt, wo es Eichen und damit auch immer mehr Eichenprozessionsspinner gibt. Vögel und ihre Nachkommen sollten als natürliche Raupenbekämpfer arbeiten. Und im Sozialen Briefkasten gibt es Bausätze für Vogelhäuser zu kaufen, falls Heimwerkern das Werkzeug fehlt.
Innen Holz rau lassen
Wie ein Vogelhäuschen von außen aussieht – da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Wichtig ist, wo das Loch hinkommt“, sagt Ludger Janßen, Schreinerausbilder beim Sozialen Briefkasten. Unterschiedliche Vogelarten bevorzugen verschiedene Größen für ein Einschlupfloch. Was zu wem passt – darüber hat Janßen sich beim Nabu informiert (siehe Infokasten). Prinzipiell eigenen sich alle Hölzer. Hier haben sich die Schreiner für 20 Millimeter dickes raues Nadelholz entschieden. Die Außenseiten haben sie geglättet. Aber: „Wir lassen das Holz von innen roh, das mögen die Vögel lieber“, sagt Janßen. So sei es für die Küken einfacher, aus dem Kasten zu klettern, um dann flügge zu werden.
Kirill Tumencev (19) aus Bösel, Auszubildender im dritten Lehrjahr, hat für den Basteltipp die Bausätze vorbereitet und schraubt sie nun zusammen. Heimwerker könnten den Zuschnitt auch mit einer Stichsäge oder einer Kapp- und Gehrungssäge schaffen, sagt Ludger Janßen. Kleine Spalten in der Konstruktion sind nicht schlimm. Vogelkästen sollten gut belüftet sein und am Boden Löcher haben, damit Wasser ablaufen könne.
Vorbohren gegen Reißen
Bevor er die Bauteile zusammensetzt, bohrt Kirill Tumencev die Schraubenlöcher vor. So verhindert er, dass das Holz reißt. Wichtig ist, dass die Front nur mit zwei Schrauben befestigt wird, sodass der Kasten geöffnet werden kann. Mit drehbaren Häkchen kann die Frontklappe fixiert werden. Einmal im Jahr, am besten im Herbst, sollten Vogelhäuser gereinigt werden. So wird verhindert, dass sich Krankheiten und Ungeziefer von Vor- auf Nachmieter übertragen.
Wer sein Vogelhaus gegen Wettereinflüsse schützen möchte, kann das Dach mit Dachpappe decken und das Holz von außen (nur von außen!) lasieren.
Jede Vogelart bevorzugt eine bestimmte Größe für ein Einschlupfloch, die sich mit Astlochbohrern, auch Forstnerbohrer genannt, bohren lassen: Blaumeisen, Tannenmeisen, Haubenmeisen, Sumpfmeisen und Weidenmeisen mögen 26 bis 28 Millimeter breite Eingänge. 32 Millimeter eigenen sich besonders für Kohlmeisen und Feldsperlinge.
Trauerschnäpper und Haussperlinge freuen sich über 32 bis 34 Millimeter Platz, Kleiber kommen mit 32 bis 45 Millimeter am besten zurecht und für Stare sollten es 45 Millimeter sein. Eine Herausforderung für Bastler ist der Gartenrotschwanz. Er wünscht sich ein ovales Einschlupfloch das 48 Millimeter hoch und 32 Millimeter breit sein sollte.
