Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Einzelhandel in Friesoythe Blumen gibt es nur nach Anruf

Soeke Heykes

Friesoythe/Bösel - Blumen gibt es nur nach Anruf. So sieht die aktuelle Lage der Blumenhändler in Friesoythe und Bösel aus. Auch mussten schon einige Blumen weggeworfen werden. Grund ist das Verbot von Besucherverkehr in Niedersachsen. Doch gleich nebenan wie in Nordrhein-Westfalen existiert dieses Verbot nicht. Wie gehen die Blumenhändler vor Ort mit der Situation um? Wie sehen sie die Ungleichheit? Unsere Redaktion hat nachgefragt.

Theodor Wreesmann

Am Samstag waren es drei Kunden, am Sonntag einer. So sieht das Geschäft beim Blumenhaus Theodor Wreesmann in Friesoythe aus, sagt Agnes Wreesmann. Sie führt das Geschäft mit ihrem Mann Theodor, der hinzufügt: „Früher hatten wir am Sonntag 200 Euro in der Kasse, jetzt sind es nur noch zwölf.“ Wenn Agnes es mit dem Januar 2020 vergleicht, schätzt sie einen Umsatzrückgang von 75 Prozent. Deshalb wird auch nur noch vorsichtig eingekauft, um möglichst wenig wegwerfen zu müssen. Dabei findet sie es schade, dass kein Besucherverkehr wie im Nachbarbundesland erlaubt ist.

Zur Zeit würden die Wreesmanns aber „klar kommen“. Dabei helfen Kränze für Friedhöfe, Beerdigungen und Lieferungen von Blumen an drei Tankstellen. Doch wenn zum Valentinstag oder Weltfrauentag der Verkauf weiterhin eingeschränkt bleibt, „wird es kritisch“, sagt Agnes Wreesmann, „das sind Hauptverkaufstage“.

Blumen Preut

„Man versucht immer telefonisch erreichbar zu sein, aber es kommt letztendlich nichts rein“, fasst Monika Schröder die aktuelle Situation zusammen. Sie führt das Geschäft Blumen Preut in Gehlenberg. Auch im vergangenen Jahr sahen die Umsatzzahlen mäßig aus, aufgrund von fehlenden Hochzeiten und Aufträgen durch Gastronomen. „Es macht keinen Spaß und man hat Angst, dass der Lockdown bis Ostern geht“, so Schröder.

Dass ihre Kunden in ein anderes Bundesland fahren würden, glaubt sie nicht. „Wenn wir jetzt direkt an der Grenze wohnen würden, fände ich das natürlich ungerecht, aber das betrifft mich nicht“, sagt sie.

Weiterhin ist Schröder sich nicht sicher, ob der große Umsatz zum Beispiel mit dem Valentinstag wiederkommt und bleibt bei den Bestellungen verhalten. „Auf Verdacht werde ich keine großen Mengen einkaufen. Wenn ich am Ende alles wegschmeißen muss, ist mein Schaden noch größer“, sagt sie. Dabei verstehe sie, dass kaum Kunden etwas kaufen. „Die brauchen ja nicht viel, weil sie nirgendwo hingehen können“, sagt die Händlerin. Und trotz allem Verständnis der Maßnahmen, bleibt bei ihr die Angst, das hinterher keine Geschäfte mehr da sind.

Blumen Speckmann

Die Situation bei Blumen Speckmann ist schlecht, sagt Veronika Speckmann, die gemeinsam mit ihrem Mann Ludger das Geschäft in Bösel führt. „Topfpflanzen werden fast gar nicht mehr gekauft. Höchstens Sträuße und Trauerschalen für Beerdigungen“, sagt sie. So sei der Umsatz aktuell auf 20 Prozent abgesunken.

Besonders ungerecht findet sie, dass in den Supermärkten der Blumen-Verkauf hochgefahren worden sei. Auch mit Blick auf Nordrhein-Westfalen empfindet die Händlerin die unterschiedlichen Regelungen als ungerecht. „Ich denke, da werden auch viele hinfahren“, sagt Speckmann. Sie ist für eine einheitliche Regelung in ganz Deutschland und wünscht sich auch von Seiten der branchenbezogenen Verbände mehr Unterstützung.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Mit Bildergalerie
Die Garage in Schierbrook war nicht mehr zu retten.

FEUERWEHREINSATZ IN GANDERKESEE Garagenbrand in Schierbrook – eine Person verletzt

Annika Schmidt
Schierbrook
Nach Zündung der beiden Sprenglandungen sackte der Kran zusammen und fiel wie geplant zu Boden.

RHENUS MIDGARD Kran im Nordenhamer Hafen gesprengt

Nordenham
Zieleinlauf beim Matjeslauf in Emden 2023

VOLKSLÄUFE IM NORDWESTEN IM JUNI – TEIL 1 Von 5 Kilometer bis 6 Stunden – Elf Startgelegenheiten bis zu den Sommerferien

Mathias Freese
Nordwesten
Sind in diesem Sommer früh wieder gefordert: Jan Urbas (links) und Nicholas Jensen

FISCHTOWN PINGUINS Erfolge bescheren Bremerhavener Eishockey-Team dichten Terminplan

Hauke Richters
Bremerhaven
Nimmt im Sommer erstmals an den Olympischen Spielen teil: der Oldenburger Jannis Maus

„ICH WILL MÖGLICHST VIEL AUFSAUGEN“ Oldenburger Kitesurfer Jannis Maus fiebert Olympia-Premiere entgegen

Niklas Benter
Oldenburg