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Nach Home-Schooling in der Corona-Pandamie Wenn Lernrückstände sichtbar werden

Friesoythe/Bösel - Die Schülerinnen und Schüler sind zurück aus dem Home-Schooling in der Schule. Jetzt zeigt sich, wie es mit dem Lernen geklappt hat. Bei einigen eher schlecht als recht. Wie die vier größten deutschen Nachhilfeinstitute und der Bundesverband Nachhilfe in einem offenen Brief an Politiker, plädiert auch Dirk Assmann vom Studienkreis Friesoythe dafür: Bund und Länder sollten Geld für Nachhilfe zur Verfügung zu stellen.

Wenig Motivation

„Motivationsmäßig sind die Schüler sehr geschafft. Die wussten manchmal gar nicht, warum sie montagmorgens aufstehen sollten“, sagt Assmann. Viele hätten sich alleingelassen gefühlt und konnten sich kaum motivieren, Extra-Aufgabe zu machen oder zu Üben. „Ist doch klar: Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss.“

Die Lerndefizite der Schüler müssten gesamtgesellschaftlich getragen werden. Dabei müssten alle vorhandenen Kapazitäten genutzt werden, auch die der privaten Nachhilfeinstitute mit ihren Räumen und Personal, findet Assmann. In anderen Bundesländern gebe es bereits Gutscheine für private Nachhilfe, die die Schüler einlösen könnten.

Die Schulleiter der Umgebung sehen das nicht ganz so wie Assmann. „Wir denken, dass wir das schulintern hinkriegen. Lerninstitute – das kommt immer oben drauf“, sagt Dorothea Kuhlmann-Arnds von der Oberschule Bösel (OBS) Bösel. „Bei uns sind die Lehrer, die die Schüler kennen, auch in der offenen Ganztagsschule.“ Außerdem sei es denkbar, im kommenden Schuljahr in Deutsch, Mathe und Englisch Förderunterricht anzubieten. „Im Moment sind wir froh, dass die Schüler wieder da sind. Wir fangen sie sozialpädagogisch auf.“ Denn es sei definitiv eine Umstellung für die Schüler und Lehrer, wieder in einem Sozialsystem mit vielen Menschen zu sein.

„Lücken würden erst nach und nach offenbar“, sagt Evelyne Reichert, kommissarische Leiterin der Realschule Friesoythe. Doch man wolle Angebote in der Schule machen.

Auch in der Heinrich-von-Oytha-Oberschule werde gerade geschaut, wo es Defizite gebe, berichtet Schulleiter Rasmus Braun. „Es wäre hilfreich, wenn wir vom Land die Genehmigung bekämen, die Stundentafel flexibler zu gestalten.“

Mehr Schulpersonal

Was Nachhilfeunterricht angeht, ist Braun eher skeptisch: „Das führt dazu, dass die Schüler abschalten, weil es ihnen nachmittags noch einmal jemand in einer Kleingruppe vorsetzt.“ Wichtiger findet er, dass Schulen mehr Geld für Ausstattung und Personal, insbesondere Sozialpädagogen, bekommen.

BBS-Schulleiterin Marlis Bornhorst-Paul will ebenfalls zunächst die Stellschrauben in ihrer Schule drehen. Auch zusätzliche Stunden für die Schulsozialarbeit oder kleinere Lerngruppen bilden, fände sie hilfreich.

Eva Dahlmann-Aulike
Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland
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