Friesoythe - Eine ziemlich hohe Wahlbeteiligung hat die Bundestagswahl in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Friesoythe. Wie der simulierte Urnengang der rund 600 jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer – die Juniorwahl – ausgegangen ist, wird aber erst am Sonntagabend veröffentlicht. Auch viele andere Details sind wie beim echten Wahlgang. So erhielten die Schüler eine Wahlbenachrichtigungskarte, es gibt Wählerlisten und die Wahlzettel sind für die BBS-Schüler identisch mit den Stimmzetteln für den Wahlkreis 32 Cloppenburg-Vechta.
Einblick bekommen
So sollen die Schüler ein Gefühl dafür bekommen, wie Wahlen ablaufen. Auch das Interesse für Politik, Teilhabe, gesellschaftlichem Engagement und der Meinungsbildungsprozess sollen gefördert werden. Die jüngsten Teilnehmer der Juniorwahl an der BBS sind 15 Jahre alt, auch Schüler mit Migrationshintergrund oder Geflüchtete erhielten so Einblicke in das demokratische System, berichtet Maike Tepe-Dultmeyer, Teamleiterin des Fachs Politik an der BBS.
Seit zwölf Jahren beteilige sich die BBS an den Juniorwahlen, immer zu Landtags- und Bundestagswahlen. Der Berliner Verein Kumulus organisiert die Juniorwahl, an der längst nicht mehr alle Schulen bundesweit teilnehmen können, die wollen. Denn die Nachfrage für das kostenlose und pädagogisch sehr gut aufbereitete Programm sei zu groß, so Tepe-Dultmeyer. Der Verein sei auf Spenden angewiesen. Schirmherr ist Dr. Wolfgang Schäuble.
Auf die Wahlen vorbereitet wurden die Schüler an beiden BBS-Standorten Scheefenkamp und Thüler Straße im Politikunterricht. Parteien und ihre Wahlprogramme wurden besprochen und verglichen. Doch auch außerhalb des Unterrichts sei Politik ein Thema, berichten Michelle Lettler (20) aus Gehlenberg und Emma Holzapfel (17) aus Elisabethfehn, Klassensprecherinnen der einjährigen Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege mit dem Schwerpunkt persönliche Assistenz. „Meinem Empfinden nach muss sich sehr viel verändern, gerade was den Klimaschutz und uns Jugendliche angeht“, sagt Michelle Lettler.
Vorher diskutiert
Am Tag der Juniorwahl hätten sie vor dem Unterricht noch einmal den Wahl-O-mat, der Wahlentscheidungshilfe der Bundeszentrale für politische Bildung durchgespielt und diskutiert, wie sie zu verschiedenen Themen stehen.
Sich selbst in der Lokalpolitik zu engagieren, dass können sich Michelle Lettler und Emma Holzapfel noch nicht vorstellen. So sehr im Mittelpunkt des Interesses stehen – das möchten sie nicht. Aber auf Demonstrationen gehen oder sich zum Beispiel für Verbesserungen im Sozialen einsetzen, das würden die beiden jungen Frauen, die Heilerziehungspflegerinnen werden wollen, tun.
Das Ergebnis der Juniorwahl wird am Sonntag, 26. September, ab 18 Uhr auf der Internetseite www.juniorwahl.de veröffentlicht. Die BBS-Schüler werden am Montag im Unterricht über „ihre“ Abstimmungsergebnisse im Vergleich zur tatsächlichen Bundestagswahl sprechen.
