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Corona-Lockerungen In Friesoythe Schwitzen an Geräten ist wieder erlaubt

Nathalie Meng

Friesoythe - Um die 90 Mitglieder sind am ersten Tag nach zehn Wochen verordneter Verschnaufpause zum Trainieren gekommen. „Sonst sind es an einem durchschnittlichen Montag eher um die 150“, sagt Sarah Urbansky. Die 26-Jährige ist Trainerin im Fitnessstudio Prime Sportclub in Friesoythe. Am Montag durfte es wie alle Fitnessstudios in Niedersachsen seine Türen wieder öffnen. Seit 17. März waren sie coronabedingt geschlossen gewesen.

Im Prime Sportclub dürften derzeit maximal 65 Personen gleichzeitig trainieren – pro Person sieben Quadratmeter lautet die Vorgabe des Landes. „Wir haben es aber von uns aus auf 60 begrenzt“, sagt Urbansky. Allerdings: Am ersten Tag trainierten hier ohnehin maximal 15 Personen zur selben Zeit. „Die Leute sind noch etwas zurückhaltend, aber wir sind froh, dass wir ein bisschen was anbieten können.“

Mit Einschränkungen

„Ein bisschen“ heißt, der Betrieb läuft noch mit Einschränkungen: Abstands- und Hygienevorschriften müssen eingehalten werden. Das Fitnessstudio hat sich rund eine Woche darauf vorbereitet, sagt Urbansky und zählt auf: Geräte auseinanderstellen, damit zwei Meter Abstand zwischen den Trainierenden gewährleistet ist; einzelne Geräte absperren, wenn der nötige Abstand sonst nicht eingehalten werden kann; alles gründlich reinigen und desinfizieren; Geräte die nicht vollständig desinfiziert werden können, etwa Boxsäcke oder Fitnessmatten, entfernen; Laufwege markieren, damit die Besucherinnen und Besucher des Fitnessstudios sich nur in eine Richtung bewegen.

Die Mitglieder wurden vorab per Mail über die neuen Vorschriften im Fitnessstudio informiert, vor Ort gibt es die Hinweise noch mal, sagt Urbansky. Dazu zählen: Umkleiden und Duschen bleiben gesperrt, Hände desinfizieren beim Betreten des Studios, Handtücher und Trinkflaschen muss man selbst mitbringen. Das Training darf maximal 60 Minuten dauern, wer ein Gerät verlässt, muss es desinfizieren. Außerdem soll beim Umhergehen im Studio ein Mundschutz getragen werden.

Kulant bei Beiträgen

Bezüglich der Mitgliedsbeiträge ist das Fitnessstudio kulant: Die Beiträge werden monatlich abgebucht. „Im April und Mai haben wir die Buchungen aber komplett eingestellt. Da gab es ja kein Angebot“, sagt Urbansky. Auch im Mai müssen Mitglieder nichts bezahlen, auch wenn sie in dieser Woche noch trainieren.

Bei Bali-Fitness in Friesoythe ging es am Montag ebenfalls wieder los. „Ein Glück!“, sagt Michael Schütte, Geschäftsführer des familienbetriebenen Fitnessstudios. Gleich zur Öffnung um acht Uhr standen die ersten vor der Tür. Auch wenn „alles neu und alles anders“ ist, als vor der vorübergehenden Schließung, hätten die Mitglieder die Wiederöffnung gut angenommen – das Studio wurde am Montag schon gut besucht, von Jüngeren wie Älteren. 94 waren es am Montag, etwa halb so viele wie an einem beliebigen Monat im Vorjahr, so Schütte. Und doch sagt er angesichts der Situation: „Ich hätte nicht mit so vielen gerechnet.“

Viele noch vorsichtig

Er vermutet, dass viele Menschen noch vorsichtig sind. „Sie müssen jetzt erst einmal sehen, dass sie hier gut aufgehoben sind.“ Auch er und sein Team haben entsprechende Vorkehrungen getroffen, damit Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden. Bei Bali-Fitness wird besonders darauf geachtet, dass auch Risikogruppen angstfrei trainieren können. Dazu haben Schütte und sein Team das Studio in verschiedene, weitläufige Bereiche unterteilt. Risikogruppen können getrennt von jenen trainieren, die ein sehr intensives Training bevorzugen – und dabei potenziell mehr Atemluft ausstoßen. „Jeder soll sich sicher fühlen und seinen Bedürfnissen entsprechend trainieren können.“

Auch Bali-Fitness hat nach der Schließung im März die Mitgliedsbeiträge ausgesetzt. „Für eine nicht erbrachte Dienstleistung kann man auch keinen Beitrag verlangen“, ist Schütte überzeugt. In der Branche gingen die Meinungen darüber jedoch auseinander. Außerdem gehe es ihm ja ohnehin nicht um Profit, sondern um die Gesundheit der Mitglieder. Der Familienbetrieb sei über 35 Jahre gewachsen und könne die Krise daher vielleicht besser stemmen als jüngere Studios. Und dennoch: „Wir werden rund drei Jahre arbeiten müssen, um das finanzielle Loch wieder zu stopfen.“

Eröffnungstermin von „Clever Fit“ unklar

Auch das Fitnessstudio „Clever Fit“ am alten Hafen in Friesoythe hätte am Montag wieder seine Türen öffnen können. Wobei „wieder“ nicht korrekt ist: Das Fitnessstudio hatte auch vor der Corona-Krise, in deren Zuge am 17. März alle Fitnessstudios vorübergehend schließen mussten, noch nicht geöffnet.

Dabei war die Eröffnung des Studios in dem Gebäude des ehemaligen Aldi-Markts für Ende Februar geplant. Bereits Mitte Dezember sollte der Abo-Vorverkauf starten. Mittlerweile wird auf der Homepage als Vorverkaufsstart „demnächst“ angegeben.

„Clever fit“ betreibt in Deutschland mehr als 400 Studios und ist auch in Österreich, den Niederlanden und in der Schweiz aktiv. Zu dem nun geplanten Eröffnungstermin am alten Hafen in Friesoythe wollte der Inhaber auf NWZ-Anfrage keine konkreten Angaben machen.

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