Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Ärger in Friesoythe Saftige Stromrechnung für längst nicht mehr bewohnte Wohnung

Friesoythe/Elisabethfehn - Da staunte Familie Dannies nicht schlecht, als sie im November vergangenen Jahres Post von der EWE bekam. In dem Umschlag steckte eine Stromrechnung für ein Mietshaus in Friesoythe – in Höhe von 5648,52 Euro. In der Summe ist der Verbrauch für den Zeitraum 30. Mai bis 21. September 2020 in Höhe von 3372,52 Euro sowie eine Abschlagszahlung ab November 2020 in Höhe von monatlich 1137 Euro enthalten. „Wir konnten das gar nicht glauben. Diese Rechnung hat nämlich einen riesigen Haken“, sagte Bernd Dannies im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn die achtköpfige Familie wohnt schon seit 1. März 2020 nicht mehr in diesem Mietshaus in Friesoythe, sondern in Elisabethfehn.

Darum geht es

Dennoch soll die Familie in dem Haus, in dem sie ja nicht mehr wohnt, innerhalb von knapp vier Monaten – quasi in Abwesenheit – über 12.000 Kilowattstunden Strom verbraucht haben. Selbst bei acht Personen in einem Haushalt wäre dieser Verbrauch fünfmal so hoch wie der Durchschnittsverbrauch. „Wir haben die EWE auch sofort darauf aufmerksam gemacht, dass wir dort längst nicht mehr wohnen“, sagte Dannies. Mit mäßigem Erfolg. Am 15. Dezember 2020 flatterte wieder Post der EWE ins Haus. Diesmal eine Mahnung mit der Aufforderung, innerhalb einer Woche 5648,52 Euro (inklusive zwei Euro Mahngebühr) zu überweisen.

Familie Dannies verstand die Welt nicht mehr. „Wir waren nie Kunde der EWE, sind es bis heute nicht. Ich weiß nicht, wie der Vertrag zustande gekommen ist und wieso wir eine Stromrechnung an unsere neue Adresse für einen Stromverbrauch in der alten Wohnung geschickt bekommen“, sagte Dannies. Man habe schließlich die Wohnung in Friesoythe nach einem Streit mit dem Vermieter zum 1. März 2020 gekündigt.

Hintergrund war unter anderem, dass die Ölheizung kaputt war und der Vermieter diese nicht reparieren ließ. So gab es in der Wohnung keine Heizung und kein warmes Wasser. Die Eheleute Dannies und ihre sechs minderjährigen Kinder mussten auf Heizlüfter und Wasserkocher zurückgreifen, was einen hohen Stromverbrauch vielleicht rechtfertigen würde – wenn sie denn dort noch gewohnt hätten.

Das sagt die EWE

Ein weiterer Anruf bei der EWE habe wieder nichts gebracht. „Wir wissen jetzt echt nicht mehr weiter“, sagte Dannies.

Unsere Redaktion hat sich mit dem Vorfall an die EWE in Oldenburg gewandt. Diese teilte mit, dass der bisherige Versorger zu Ende Mai 2020 den Kunden bei der EWE Netz abgemeldet habe. Als Grund für die Abmeldung habe der Ex-Lieferant einen Versorgerwechsel angegeben – keinen Umzug. Daher sei die EWE davon ausgegangen, dass der Kunde dort noch wohne. „Bis ein neuer Lieferant die Versorgung übernimmt, fällt der Kunde automatisch in die Ersatzversorgung, zu der EWE als örtlicher Grundversorger verpflichtet ist“, sagte EWE-Sprecher Dietmar Bücker. Die Gegenzeichnung eines Vertrages seitens des Kunden sei dazu nicht notwendig.

Da der EWE der tatsächliche Zählerstand in dem Haus nicht bekannt gewesen sei, habe man den Stromverbrauch anhand älterer Unterlagen geschätzt. „Sollte die Kundin uns durch eine Meldebescheinigung oder durch ein Übergabeprotokoll jedoch nachweisen können, dass sie bereits im März 2020 aus dem Haus ausgezogen ist, werden wir den Vertrag rückabwickeln“, sagte Bücker.

„Die Meldebescheinigung bringen wir gleich auf den Weg“, sagte Dannies, als er die Information der EWE erhielt. Er hofft, dass damit die Geschichte ein Ende hat.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Feilen am Plan für die neue Saison: Sebastian Schachten (rechts) und Fuat Kilic

WIE GEHT ES BEIM VFB OLDENBURG WEITER? Das sagt Sportleiter Schachten zu Abgängen und Kaderplan

Lars Blancke
Oldenburg
Wird als erste Zeugin im Untersuchungsausschuss angehört: Finanz-Staatssekretärin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne)

SITZUNG MEHRFACH UNTERBROCHEN Untersuchung zur Beförderung in Weils Staatskanzlei beginnt mit Eklat

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Meinung
Am 3. Mai ist Tag der Pressefreiheit.

TAG DER PRESSEFREIHEIT Vom Glück, in einem freien Land zu leben

Ulrich Schönborn
Oldenburg
Auf Borkum wurden Ende April rund 20 Säcke mit bislang unbekanntem Inhalt angeschwemmt.

WAS WURDE ANGESCHWEMMT? Borkumer Drogenfund bleibt ein Rätsel

Axel Pries
Borkum
Symbolbild

UNFALL IN OLDENBURG Angetrunkener Radfahrer von Auto erfasst – schwer verletzt

Oldenburg