Friesoythe/Elisabethfehn - Postautos aus allen Jahrzehnten seit es Postautos gibt – in einem großen Schrank im Keller des Alten Rathauses Friesoythe haben Ilka Kutscher, Annika Liebig, Claas-Lucas Siebels und Lara Wolf die volle Auswahl. Die vier Studenten des interdisziplinären Masterstudiengangs Museum und Ausstellung an der Uni Oldenburg suchen Objekte für eine kleine Ausstellung zur Postgeschichte in Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn.
Museumsarbeit
Eine Weihnachtskarte des Postgeschichtlichen Museums Friesoythe hat Antje Hoffmann, Leiterin des Moor- und Fehnmuseums, auf die Idee gebracht, ihre Studenten auf die Postgeschichte Elisabethfehns anzusetzen. Denn das Museum gehört zu den acht Museen, in denen die Studierenden Praxistage machen. Und die müssen etwas Praktisches zu tun haben. Das können Archivarbeiten sein oder eben das Konzipieren und Aufbauen einer kleinen Ausstellung zu einem klar umrissenen Thema.
Wolfgang Letzel, Leiter des Postgeschichtlichen Museums, konnte den Studenten dabei nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit Originaldokumenten zur Seite stehen. Bei ihm lagern Karten, Akten und Objekte aus der Zeit.
Tatsächlich gibt es einiges an Material über die Postgeschichte Elisabethfehns. „Ich dachte ja, die Post sei über die Kanäle gekommen“, berichtet Hoffmann bei einem Pressetermin. Doch es sei nicht erlaubt gewesen, Postsäcke einem Schiffer mitzugeben. So mussten Briefe und Päckchen auf den Sandwegen über das Saterland oder Friesoythe per Kutsche in den Ort gelangen.
Zunächst gab es keine Briefträger, sondern „Post-Agenten“, bei denen die Sendungen lagerten. Dies mussten vertrauenswürdige Menschen sein, berichtet Wolfgang Letzel. In Elisabethfehn wurde die erste Postagentur in der Tischlerei Blömer an der Hauptstraße eingerichtet. Später wechselte sie in den Kolonialwarenladen Lanwer, wo sie sich heute wieder befindet.
Briefzustellung früher
Wenn Post angekommen war, erfuhren es die Empfänger meist auf Zuruf und holten die Briefe nach dem Kirchgang ab.
Die kleine Ausstellung in drei Stehlen ist im Moor- und Fehnmuseum ab dem 21. Juli zu sehen. Sie sei ein „Appetithäppchen“ und solle auf das Postgeschichtliche Museum verweisen, sagt Leiterin Antje Hoffmann.
