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Diskussion Um Lärmbelästigung Biker fordern mehr Kontrollen statt Verbote

Friesoythe/Elisabethfehn/Ramsloh - Auf zwei Rädern über die Landstraßen der Republik, ein Imbiss im Biker-Treff und ein Schwätzchen mit Gleichgesinnten. Für viele Motorradfahrer ist derzeit Hochsaison: Das Wetter spielt mit und die aktuellen Corona-Beschränkungen erlauben wieder ein Treffen mit anderen Fahrern. Wer sich in der Szene umhört, hört schnell, dass diese Ausfahrten und Treffen vor allem an den Wochenenden stattfinden. Nun hat der Bundesrat eine Entschließung verabschiedet, nach der auch Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen möglich sein sollen. Entsprechend wurde die Bundesregierung aufgefordert, die einschlägigen Regelungen anzupassen.

Verbot trifft die Falschen

Für Hermann Witte vom Biker-Club Altenoythe, wie auch viele andere Motorradfahrer, ist dies der falsche Hebel. „Mit Sicherheit würde ein Fahrverbot auch die Falschen treffen“, sagt der 66-Jährige. Sein Eindruck: Es gebe ein paar schwarze Schafe bei den Motorradfahrern, die mit einer offenen Auspuffanlage fahren würden. Oftmals handele es sich um junge Leute, die Wert auf ein lautes Motorrad legten. Zudem seien die meisten Fahrer berufstätig, sie könnten nur am Wochenende fahren, so Witte.

Ebenso wie Witte, äußert Thomas Perzul sein Verständnis für diejenigen, die sich über eine Lärmbelästigung beschweren. „Ich finde es nachvollziehbar, dass so eine Diskussion losgetreten wurde“, so der Elisabethfehner Pastor, der seit 1993 Motorrad fährt.

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Dass es bei manchen möglichst laut sein muss, kann auch Marianne Holtmann, Inhaberin des gleichnamigen Fahrzeughandels in Friesoythe bestätigen. „Für uns ist es beim Einkauf von gebrauchten Maschinen immer positiv, wenn ein Sportauspuff dran ist, dann verkauft es sich besser“, sagt die 54-Jährige. Wenn noch kein solcher Auspuff, der das Motorengeräusch lauter macht, an einer Maschine sei, würden die Käufer häufig einen solchen dazu kaufen.

Noch keine Kontrolle

Dass es auch mal lauter werden kann, erleben auch Edelgard Meier und Peter Valenta regelmäßig. Die beiden betreiben das Bikers Inn in Ramsloh. Ein Lokal, bei dem sich regelmäßig Motorradfahrer treffen. „Ein Fahrverbot steht in keinem Verhältnis – es ist ein sehr geringer Prozentsatz, der zu laut ist“, sagt Valenta. „Wir sind 13 Jahre hier am Standort und hier verkehren viele Fahrer. Die Polizei hat hier noch nie Mopeds angehalten, um die Lautstärke zu messen“, sagt der 56-Jährige.

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Zwar ist der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta bekannt, dass beim Bikers Inn mehr Motorradverkehr als auf anderen Strecken herrscht, Anlass für verstärkte Kontrollen sieht man dort jedoch nicht. Die Schwerpunkte der Polizeiinspektion würden bei allgemeinen Geschwindigkeitskontrollen oder Ablenkungen liegen, so Pressesprecher Hendrik Ebmeyer. Beim Polizeikommissariat Friesoythe habe es in den vergangenen drei Jahren zudem keine Beschwerden über zu laute Motorräder gegeben.

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Sowohl Hermann Witte, Thomas Perzul, als auch Peter Valenta sehen verstärkte Kontrollen als ein probates Mittel. „Bei derartigen Diskussionen fällt oft der Begriff der Sippenhaft – das sehe ich hier auch so“, sagt Perzul. „Einfach nur anhalten und 30 Euro zahlen – das interessiert die nicht“, sagt Valenta. Da wo man die Handhabe habe, solle diese ausgeschöpft werden und bei einem Verstoß ein Motorrad einkassiert werden, findet er.

Damit auch die rund 10 000 Motorradfahrer aus dem Landkreis Cloppenburg weiterhin an Sonn- und Feiertagen fahren dürfen, wurde bereits am Sonntag mit einer Demonstrationsfahrt von Hildesheim nach Hannover protestiert. An diesem Wochenende wird auch in Oldenburg und Papenburg demonstriert. Hermann Witte ist dann mit von der Partie.

Daniel Kodalle
Daniel Kodalle Thementeam Soziales
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