Friesoythe - Eigentlich würden die Schülerinnen und Schüler in Friesoythe an diesem Freitag ihre Halbjahreszeugnisse ausgehändigt bekommen und könnten nach der dritten Stunde in das verlängerte Wochenende starten. Doch ganz so wie in den Jahren zuvor wird es dieses Mal nicht sein: Der Grund ist das Corona-Virus. Derzeit gelten in Niedersachsen verschärfte Regelungen, um die Pandemie weiter einzudämmen. Unter anderem sind in den weiterführenden Schulen nur die Abschlussklassen im sogenannten Szenario B (Wechselmodell) und Schüler in der Notbetreuung in den Bildungseinrichtungen vor Ort. Der Rest ist im Homeschooling – also wird zu Hause über das Internet unterrichtet.
Zahlreiche Briefe
Doch an diesem Freitag bekommen die Schüler ihre Halbjahreszeugnisse und daran wird in Niedersachsen auch festgehalten. Um nicht alle wieder in die Schulen kommen zu lassen, erhalten zahlreiche Schüler an den Friesoyther Bildungseinrichtungen ihre Leistungsnachweise per Brief. „Wir versenden die Zeugnisse mit der Post“, sagt Peter Stelter, Schulleiter des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) in Friesoythe, im Gespräch mit unserer Redaktion. Nur die Schüler der Abschlussklassen würden ihre Zeugnisse persönlich ausgehändigt bekommen.
So verfährt auch die Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe. „Wir haben viele Fahrschüler“, berichtet Schulleiter Rasmus Braun. Da wäre es kontraproduktiv, wenn diese in die Schule kommen müssten, um ihre Zeugnis abzuholen. Auch an der Altenoyther Oberschule erhalten nur die Abschlussklassen ihre Zeugnisse persönlich.
Das Niedersächsische Kultusministerium hatte es den Schulen überlassen, wie sie die Leistungsnachweise übergeben. Neben der Zusendung per Post wären auch ein Bringdienst oder die Abholung an der Schule möglich gewesen. Seit Mittwoch bis kommenden Freitag können die Zeugnisse gestaffelt verteilt werden.
Etwas anders ist die Situation in den Grundschulen. Dort wird der Unterricht derzeit im Szenario B weitergeführt. Das bedeutet, dass die Jungen und Mädchen weiter zur Schule gehen. Jedoch können Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Bildungseinrichtung schicken wollen. Die Präsenzpflicht wurde aufgehoben. Die Jungen und Mädchen, die derzeit zu Hause sind und lernen, erhalten ihre Zeugnisse ebenfalls per Post, wie unter anderem Anita kleine Schlarmann, Leiterin der Ludgeri-Schule in Friesoythe, berichtet.
Organisatorisch bedeutet das Zusenden der Zeugnisse per Post für die Schulen einen größeren Aufwand als sonst. Die Briefe mit den Zeugnissen – beim AMG sind es knapp 1200, in Altenoythe rund 310 – mussten vorbereitet, mit Adressen versehen und frankiert werden. Damit die Arbeit nicht an einem Ort hängen bleibt, hätten die Klassenlehrer die Zeugnisse für ihre Schüler verpackt, berichten Stelter und Braun.
Neben dem größeren organisatorischen Aufwand kommen auch zusätzliche Kosten auf die Schulen zu. Rund 1,55 Euro Porto sind pro Brief fällig. Die Kosten gehen vom Budget der Schulen ab. Beim AMG wurden sie vom Landkreis Cloppenburg als Schulträger beispielsweise übernommen, wie Stelter berichtet.
Versand sollte klappen
Bei der Deutschen Post sieht man aufgrund des erhöhten Briefaufkommens keine Probleme. „Unsere gesamte Logistik und die Briefzentren sind darauf ausgelegt, dass wir auch kurzfristig höhere Briefmengen bearbeiten können“, teilt Stefan Laetsch von der Pressestelle in Hamburg der Deutschen Post DHL Group mit. Im Jahre 2019 hätten 92 Prozent aller Briefe am nächsten Werktag ihren Empfänger erreicht. Auch wenn die Briefe mit den Zeugnissen nicht gesondert behandelt würden – dann wären die teureren Einschreiben notwendig – geht die Post davon aus, dass es keine Probleme beim Versand geben wird.
