Friesoythe - Waldwichtel könnten es werden an diesem Nachmittag im Jugendzentrum Friesoythe. Sozialpädagogin Melanie Raker hat bei einem Abstecher am Feldrand und im Wald gesammelt, was sich in diesen Tagen zum Basteln geradezu aufdrängt. Aber: „Die Kinder dürfen aus den Naturmaterialien basteln, was sie wollen“, sagt Raker, die abwechselnd mit ihrer Kollegin Lena Ewen mit der Heißklebepistole zusammenfügt, was die Bastler kombiniert haben.
Kreativ-Gruppe
Seit vier Wochen gibt es im Jugendzentrum eine feste Kreativ-Gruppe mit maximal 15 Teilnehmern. Alles läuft ein bisschen anders in Corona-Zeiten, vor allem aber müssen die Kinder angemeldet sein, sodass ihre Kontaktdaten bekannt sind. Ab sieben Jahre sind die Bastler, es sind Jungen und Mädchen. „Das verträgt sich gut, sie helfen sich gegenseitig, das ist ganz schön“, berichtet Raker.
Mit diesem Material könnt ihr kreativ werden: Kastanien, Walnüsse, Haselnüsse, Eicheln, bunte Blätter, die Früchte des Ahornbaums, Stöckchen, trockene Gräser, Blüten oder Rinde findet ihr leicht bei einem Spaziergang. Aber seid freundlich zur Natur. Nehmt nur, was bereits abgefallen ist oder sich leicht pflücken lässt, ohne etwas kaputt zu machen. Sammelt nur so viel, wie ihr wirklich benötigt. Auch im Garten findet ihr Material wie Heckenschnitt oder abgeblühte Blumen.
Diese Werkzeuge helfen euch beim Basteln: Bastelschere, Klebstoff, Schaschlikspieße, Zahnstocher. Mit Filzstiften oder Markern bekommen Blätter oder Kastanien schnell ein Gesicht. Wenn ihr eine Heißklebepistole, Bohrer oder scharfe Cutter benötigt, solltet ihr einen Erwachsenen um Hilfe bitten. Damit kann man sich leicht verletzen.
Habt ihr noch Perlen, Glitzerkleber, Tonpapier, Transparentpapier oder Knöpfe in der Bastelkiste – überlegt euch, ob das nicht zu eurem Objekt passt. Zeitungspapier eignet sich toll, weil es sich leicht falten lässt –vielleicht zu einem Schiff für die Wichtelmannschaft.
Aus vielen bunten Blätter, Eicheln, Kastanien, die Früchte des Ahorn, die man sich wie eine Nasenklammer aufsetzen kann, Rindenstücke, aber auch vorgeschnittene Holzplättchen, Tonpapier, Perlen und viele bunte Stifte wählen die Kinder aus. Mit Handbohrern bohren sie die Löcher durch die dickeren Materialien und sie dann zum Beispiel auf Schaschlikspieße so zu stapeln, dass sich kleine Figuren ergeben, die mit dem Heißkleber fixiert werden.
„Es ist wichtig, dass Kinder wissen, dass man mit einfachen Sachen etwas machen kann“, sagt Raker. Leonie hat einen witzigen Waldwichtel gebaut, der einen Kastanienkopf hat und einen Kastanienhut trägt. Neles Kunstwerk sieht auf den ersten Blick aus wie ein Mensch auf einer Rinden-Insel mit einem großen Baum. Aber Nele versichert, sie habe zwei Menschen dargestellt. Und tatsächlich: Das große Ahornblatt, das eine Baumkrone sein könnte, hat ein Gesicht. Derweil albert Neles beste Freundin Theresa mit den Blättern rum, die sich natürlich auch dazu eignen, einen herbstlichen Blättersturm zu simulieren.
Nützlich und dekorativ
Einige andere Bastler arbeiten an dekorativen und nützlichen Objekten: Aus vielen Astscheiben setzen sie auf festen Tonpapier Untersetzer zusammen – zum Beispiel für eine Teekanne oder einen Topf zusammen.
