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Kühles Frühjahr Spargel in Friesoythe sprießt – mit etwas Verzögerung

Friesoythe - Der Spargel ist etwas spät dran in diesem Frühjahr. Grund ist der kühle April. „Jetzt hat er ein bisschen Gas gegeben“, berichtet Landwirt Heino von Garrel, auf dessen Hof auf rund vier Hektar Spargel geerntet wird. Das Stangengemüse sprießt aber nur, weil von Garrel mit doppelter Folie arbeitet. Das heißt: Die Spargeldämme sind nicht nur mit schwarz-weißen Folien abgedeckt. Darüber wird zudem ein transparenter Folientunnel gespannt.

Wärme für Wachstum

Im Frühjahr wird die schwarze Seite der Folie nach außen gedreht, so dass die Spargeldämme warm werden. Acht bis zehn Grad hätte es der Spargel mit seinen weit verzweigten Wurzeln gerne, bevor er loslegt. „Ich kenne Betriebe, die haben schon im Februar doppelte Folie aufgezogen. Die hatten schon zu Ostern Spargel“, sagt von Garrel. So früh war er nicht dran. Seine Erntehelfer haben am 8. April begonnen.

Hier gelten aufgrund der Corona-Pandemie besondere Regeln: Die Helfer brauchen einen negativen Corona-Test, um nach Deutschland einreisen zu dürfen. Sie werden auch bei ihrer Ankunft getestet und bleiben zunächst zwei Wochen in „Arbeitsquarantäne“ auf den Höfen, dürfen also in dieser Zeit nicht mal eben in den Supermarkt oder ähnliches. Außerdem schreibt der Landkreis Cloppenburg vor, dass wöchentliche PCR-Tests gemacht werden.

Spargel wird traditionell bis zum Johannistag am 24. Juni geerntet, um den Pflanzen anschließend Zeit zu geben, sich zu erholen und Wurzeln zu bilden. „Gedüngt wird erst nach der Ernte“, erläutert von Garrel. Denn erst wenn die Spargelpflanze aus dem Boden kommt und mit ihren grünen Blättern Photosynthese machen kann, kann sie auch Nährstoffe wie den Stickstoff aufnehmen. „Es wird abgedammt, gedüngt, unkrautfrei und gesund gehalten“, sagt von Garrel. „Und wenn es zu trocken ist, wird auch beregnet. Aber erst nach den Erdbeeren und den Kartoffeln.“ Denn durch die tiefen Wurzeln könne sich der Spargel lange selber versorgen.

Sieben Jahre Ernte

Rund Zehn Jahre steht eine Spargelkultur an einem Standort. Im ersten Jahr wird gepflanzt, im zweiten Jahr können nur wenige Stangen geerntet werden. „Im dritten Jahr geht es mit der Ernte los, dann bringt das Feld 60 bis 70 Prozent und man muss die Ernte eher beenden, damit die Pflanze sich erholt“, erläutert Heino von Garrel. Sieben Jahre voller Ertrag sei wünschenswert. Bei manchen Sorten lohne es sich auch acht bis neun Jahre zu ernten. Dann müssen die Wurzeln gefräst werden. Zehn Jahre sollte dann auf der Fläche etwas anderes als Spargel angebaut werden.

Eva Dahlmann-Aulike
Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland
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