Friesoythe/Nordkreis - Der Herbst hat begonnen. In der bunten, aber auch oftmals tristen Jahreszeit kommt es vermehrt zu Wildunfällen. Durch die immer kürzer werdenden Tage fällt in der Dämmerung die Nahrungssuche des Reh-, Schwarz- und Damwildes mit dem Berufsverkehr zusammen.
Die Lage im Nordkreis sei laut Bernhard Kurmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, besonders brenzlig für Tier und Autofahrer: „Hier gibt es wenig Rückzugsfläche für Wild.“ Und die vielen Felder mit Mais fallen wegen der Ernte weg.
Darüber hinaus gelten neben dem Herbst die Zeit von Ende April bis Mitte Mai und von Juli bis Anfang August als weitere erhöhte Unfallschwerpunkte im Laufe eines Jahres.
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Wie viele Wildunfälle gab es in den Vorjahren |
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Die Polizei im Zuständigkeitsbereich des Friesoyther Kommissariats registrierte in den Vorjahren einen Anstieg der Wildunfälle: Während vor drei Jahren noch 218 Verkehrsunfälle gezählt wurden, waren es ein Jahr später schon 235 Unfälle. Sogar ganze 264 Zusammenstöße waren es 2019.
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Welche Wildtiere sind häufig betroffen |
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Am häufigsten sind Rehe betroffen. Danach kämen Hasen und Fasane, so Bernhard Kurmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Cloppenburg. Dieses Jahr könne es sogar noch schwieriger werden, da durch die Trockenheit der vergangenen Jahre weniger Flächen mit Zwischenfrüchten wachsen konnten. Somit fehle es den Tieren an Deckung.
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Wie kann man Wildunfälle vermeiden |
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Bernhard Kurmann rät an Gefahrenstellen – in Waldgebieten und an Feldern – bedächtig zu fahren und die Seitenränder im Auge zu behalten. Gerade im Dunkeln leuchteten die Augen der Tiere auf. An den bekannten Wildwechselstellen stünden in und um Friesoythe Schilder.
Besonders groß sei die Gefahr an unübersichtlichen Straßenabschnitten entlang von Wäldern und Feldern. An Unfallschwerpunkten seien deshalb im ganzen Kreisgebiet an den Straßen Wildwarnreflektoren – blaue oder rote Strahler an den Straßenleitpfosten – angebracht worden.
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Was ist nach einem Wildunfall zu beachten |
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Ganz wichtig: Nach einem Wildunfall sollte der Autofahrer der Polizei oder dem Jagdpächter Bescheid geben. „Dann müssen die Tiere nicht unnötig länger leiden“, betont Bernhard Kurmann. Der Jäger holt das Tier von der Straße. Falls das Tier entkommen ist, muss es möglicherweise dennoch getötet werden. Von einer Aneignung des getöteten Wildes rät Kurmann dringend ab. Das Fleisch sei zum einen nicht schmackhaft durch die vielen Verletzungen, zum anderen begeht man damit strafbare Jagdwilderei.
Ein verletztes oder getötetes Tier sollte möglichst nicht angefasst werden, raten die Jäger. Das Bergen des Tieres sei Aufgabe des Försters oder Jagdpächters. Zudem sollte man sich vom Förster oder der Polizei eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.
