Friesoythe - Für den 20-jährigen Jonas Schulte (SPD) aus Kampe beginnt am 3. November seine erste Amtszeit als Friesoyther Ratsherr. Bei der vergangenen Kommunalwahl erhielt er 378 Stimmen. Mit diesem Ergebnis hätte der Politik-Neueinsteiger nicht gerechnet, wie er sagt. Im Rahmen der NWZ-Serie „Junge Politik im Rat“ erzählt Schulte, was er in Zukunft bewegen möchte.
„Ich möchte mich für Vereine einsetzen und den Wohnungsbau stärken“, sagt Jonas Schulte. Gerade in seiner Heimat Kampe müsse investiert werden, damit die jungen Menschen auch dort bleiben, so der Ratsherr. Ehrenamtliche Tätigkeiten kennt Schulte bereits durch die Landjugend oder als Messdiener. Durch starke Vereine bleibe das Dorf aktiv, sagt er.
Spontane Idee
Die Idee, in die Politik zu gehen, ist bei ihm sehr spontan entstanden. Bei einem Treffen mit seinen Freunden an einem Silvesterabend fing es an: „Uns ist klar geworden, dass wir selbst auch mal aktiv werden müssen. Also sind wir einige Tage nach Silvester zu fünft zu einem Juso-Treffen gegangen.“ Jonas Schulte hat als einziger von ihnen den Schritt in die Kommunalpolitik gewagt.
In dieser Zeit ging die SPD mit Martin Schulz ins Rennen um den Bundeskanzler. Und scheiterte. „Viele ziehen mich heute noch damit auf, dass ich nur wegen Schulz in die SPD eingetreten bin, aber das stimmt eigentlich gar nicht. Vielmehr sind es die sozialen Themen, die mich in die SPD gebracht haben“, sagt Schulte.
Sozialer Schwerpunkt
Deshalb wählte Jonas Schulte auch einen sozialpädagogischen Schwerpunkt an der BBS Friesoythe. Außerdem gehörte Politik zu seinen Lieblingsfächern. Aber auch neben den sozialen Bereichen sieht Schulte Handlungsbedarf bei Klimaschutz und Mobilität. „Es wäre schön, wenn wir irgendwann Verkehrsmittel nutzen würden mit regenerativen Energien. Aber das Thema muss auch auf bundespolitischer Ebene angeschoben werden“, sagt der Kommunalpolitiker.
Bis Jonas Schulte seine Tätigkeit als frisch gewählter Friesoyther Ratsherr aufnehmen kann, dauert es noch etwas. Aber bereits vor seiner Premiere im Stadtrat bereitet er sich auf die Themen und die Sitzung vor. Nervosität verspürt er nicht, eine leichte Anspannung hingegen schon: „Vielleicht werde ich die ersten 15 Minuten etwas angespannt sein, aber das legt sich bestimmt wieder sehr schnell.“
