Friesoythe - Eigentlich waren sich am Donnerstagabend alle einig – die frühkindliche Bildung durch das Katholische Bildungswerks Friesoythe ist wichtig und soll gefördert werden. Beide Fraktionen und auch die Stadtverwaltung brachten die entsprechenden Zitate. Nur wie genau soll die Förderung aussehen? Da gab es dann doch noch Diskussionsbedarf im Ausschuss für Jugend, Sport, Kultur und Freizeit der Stadt Friesoythe und somit wurde der entsprechende Antrag des Bildungswerks auf Finanzierung einer pädagogischen Fachkraft für Parens-Kurse ohne Beschlussempfehlung in den Verwaltungsausschuss gegeben.
Frühkindliche Bildung
Aber der Reihe nach. Um auch finanziell nicht potenten Eltern einen kostenfreien Parens-Kursus zu ermöglichen, plant das Bildungswerk, eine pädagogische Fachkraft mit 19,5 Stunde pro Woche (19 000 Euro im Jahr) einzustellen. „Wir würden hier eine absolute Einzelfallentscheidung fällen. Bislang haben wir noch nie Personalkosten gefördert, sondern sind nur institutionell tätig geworden“, sagte Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers während der Sitzung. Als weiteren Grund gegen eine Förderung der beantragten Art sprachen aus Sicht der Stadtverwaltung auch die Mietmodalitäten für das Bildungswerk. „Die Stadt übernimmt im alten Rathaus einen Großteil der Miete“, so Hamjediers. Das sind rund 21 700 Euro pro Jahr. Ebenfalls war es der Verwaltung nicht möglich, die unklaren Kostenstrukturen des Bildungswerks nach einem regen Briefverkehr zu durchschauen.
„Natürlich ist dieses Projekt förderfähig. Aber wir würden hier einen einmaligen Präzedenzfall schaffen. Gleichzeitig brauchen wir klare Strukturen und einen richtigen Mietvertrag“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Geuter. „Das ist ganz dünnes Eis. Wir haben noch nie Personalkosten gefördert“, fügte SPD-Ratsherr Hans Meyer hinzu. Karl-Heinz Krone, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion, schlug vor, dem Antrag zuzustimmen, mit Befristung auf drei Jahre: „Wir fördern keinen Verein und keine Institution, sondern die frühkindliche Bildung.“
Fraktionen einig
Am Ende konnten die Fraktionen aber einen Konsens finden. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, einen neuen Beschlussvorschlag zu fassen, der eine Förderung möglich macht. Das Ganze soll dann der Verwaltungsausschuss am kommenden Mittwoch entscheiden. Genauso wurde mit einem ähnlichen Antrag der Volkshochschule verfahren.
