Friesoythe - Einem Kompromissantrag zur Forderung nach einem Verkehrskonzept für Neuscharrel hat der Straßen- und Wegeausschuss der Stadt Friesoythe am Mittwochabend einstimmig zugestimmt. Der Auftrag an die Verwaltung lautet nun im wesentlichen „Mittel und Wege zu finden, den Ort Neuscharrel zu entlasten“.
Die konkreten Ideen aus dem Antrag der CDU/FDP-Fraktion konnten nicht übernommen werden. Größtenteils weil die Stadt Friesoythe nicht im Zugriff der betroffenen Straßen ist.
Mehr Verkehr
In Neuscharrel war es besonders auf der Alten Hauptstraße zu deutlich mehr Verkehr gekommen, als die B401 voll gesperrt war. „Aufgrund der dadurch enorm erhöhten Verkehrsbelastung kam es mehrfach zu brenzligen Situationen mit Beinaheunfällen“, heißt es im Antrag.
Zudem befürchtet Antragsverfasser Stefan Fuhler (CDU), dass durch die Ansiedlung von Industrieanlagen am C-Port künftig deutlich mehr Schwerlastverkehr durch Neuscharrel fahren werde. Er wollte daher prüfen lassen, ob die Straße Am Hochmoor zwischen der Abfahrt B72 und der Neuscharreler Straße ausgebaut werden könne, um Lkw-Verkehr zum C-Port abzuleiten. „Es ist klar, dass das nicht in den nächsten Jahren passieren kann, aber ohne Beschluss sollten wir hier nicht rausgehen“, sagte Fuhler im Ausschuss.
Antrag eher an Kreis
Bürgermeister Sven Stratmann merkte jedoch an, dass es während der Vollsperrung der B401 Verkehrszählungen und Kontrollen gegeben habe. Es seien keine Unfälle in Neuscharrel passiert, der Verkehr sei insgesamt nicht zu schnell geflossen und mit 40 000 Fahrzeugen pro Tag sei die Belastung ähnlich so hoch gewesen, wie anderswo in Friesoythe. Stratmann verwies zudem noch einmal darauf, dass es sich bei der Straße Am Hochmoor um einen Genossenschaftsweg und nicht um städtisches Eigentum handele.
Die übrigen Straßen, die Fuhler in seine Überlegungen einbezogen hatte, seien Kreisstraßen. Ein Antrag müsse daher eher über die Kreistagsabgeordneten an die Kreisverwaltung gehen.
Die SPD-Fraktion sei bereit alle Verbesserungsvorschläge mitzutragen, die machbar seien, versicherte SPD-Ratsfrau Renate Geuter. Die „temporäre Situation“ in Neuscharrel dürfe aber nicht Ausgangspunkt sein für eine Verkehrsplanung. Auch müsse die tatsächliche Entwicklung im C-Port abgewartet werden.
Keinesfalls sollte die Politik Versprechungen machen, die sie dann nicht halten könne, warnten sowohl Geuter als auch Stratmann. So kam es auf Vorschlag des CDU-Ratsherrn Karl-Heinz Krone zu der allgemeinen Aussage, Neuscharrel entlasten zu wollen.
