Friesoythe - Coronabedingt virtuell diskutierten am Freitag Vertreter der Geschäftsführung, Gremien, Ärzte- und Mitarbeiterschaft des Friesoyther St.-Marien-Hospitals, der Hebammen und Hausärzte sowie der Friesoyther CDU mit dem niedersächsischen Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU), Landrat Johann Wimberg (CDU) und dem CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley über die Sicherung und Zukunft der Gesundheitsversorgung in Friesoythe und dem Landkreis Cloppenburg. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung vom CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Jann Christian Hegewald.
Konkrete Forderungen
Minister Thümler hob die Anhebung von 80 auf 120 Studienplätze zum nächsten Wintersemester an der European Medical School in Oldenburg hervor, die damit gesichert sei. Ferner seien in Niedersachsen 60 Medizinstudienplätze im Zuge der Landarztquote geschaffen und die Akademisierung der Hebammenausbildung forciert worden. Gleichwohl räumte er ein, dass dies nur erste Schritte zur Lösung der großen Herausforderungen sein könnten.
Wesentliches Ziel des Austauschs war es, dem Minister konkrete Forderungen mitzugeben. Regina Peters-Trippner (Hebammen-Kreisvorsitzende) forderte unter anderem eine deutliche Entlastung ihres Berufsstandes bei den enormen Haftpflichtversicherungsbeiträgen. Der ärztliche Direktor des St.-Marien-Hospitals, Dr. Ralf Weise, übermittelte dem Minister zusammen mit den Krankenhaus-Geschäftsführern Nadine Krefeld und Bernd Wessels ein Positionspapier zur langfristigen Sicherung des Krankenhauses. Aufsichtsratschef Georg Litmathe brachte eine Kampagne ins Spiel, die Personal- und Regionalmarketingmaßnahmen miteinander verknüpft. Der Friesoyther Hausarzt Dr. Thorsten Pancratz ergänzte dies um den Vorschlag einer staatlich finanzierten Agentur, die zentral Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte für ländliche Regionen gewinnt, aus- und weiterbildet. Thümler nahm die Anregungen auf und sicherte deren Prüfung zu.
Netzwerk gründen
Aufgrund der vielfältigen Ideen und des konstruktiven Austauschs einigten sich die regionalen Teilnehmer darauf, die Zusammenarbeit zum Thema „Sicherung der regionalen Gesundheitsversorgung“ zu intensivieren. Dazu soll ein „Netzwerk Gesundheit“ gegründet werden, das die nun ausgetauschten Forderungen ergänzt und sich mit Nachdruck für deren Umsetzung einsetzt.
