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NWZonline.de Region Cloppenburg

„Das war ein absolutes Hammerjahr“

14.09.2018

Friesoythe Es war ein Festumzug, den es in der Stadt Friesoythe bisher so noch nie gegeben hatte: 2500 Teilnehmer zogen in 125 Gruppen durch die Innenstadt. Schulen, Kindergärten, Vereine und Unternehmen aus dem gesamten Stadtgebiet machten mit. Den Straßenrand säumten sage und schreibe rund 20 000 Besucher. Es war ein grandioser Umzug und gleichzeitig der Höhepunkt der 700-Jahr-Feier der Stadt Friesoythe. Diese Veranstaltung ist auf den Tag genau zehn Jahre her.

Das Großereignis am 14. September 2008 war aber nur ein Event einer ganzen Reihe von Veranstaltungen – insgesamt 80. Das ganze Jahr über wurde das Stadtjubiläum gefeiert. Hauptverantwortlich war damals Ludger Bickschlag, als Mitarbeiter der Stadtverwaltung war er für das Stadtmarketing zuständig. „Das war ein absolutes Hammerjahr“, blickt Ludger Bickschlag ein Jahrzehnt später im NWZ-Gespräch gerne an das Jubiläum zurück.

Angefangen hatte alles bereits genau 700 Tage vor der 700-Jahr-Feier. Der Start der Countdown-Uhr, die am Rathaus Stadtmitte angebracht war und sekundengenau die Zeit bis zum Jubiläumsjahr herunter zählte, sollte auch organisatorisch den Startschuss bilden. Ein rund 20-köpfiges Team bildete einen Arbeitskreis. Sie vertraten Vereine, Institutionen und Firmen aus dem gesamten Stadtgebiet. „Wir haben bewusst alle Ortschaften und Bauerschaften mit einbezogen. Jeder sollte mitmachen können. Das war auch der Grundstein des Erfolgs“, sagt Bickschlag. Aber auch die Mitarbeiter im Rathaus und vor allem die Bauhofmitarbeiter hätten einen riesigen Anteil am Gelingen des Jubiläumsjahres, betont Bickschlag.

Bei der Frage nach seinem persönliches Highlight 2007 muss der ehemalige Rathaus-Mitarbeiter und heute selbstständige Agenturinhaber nicht lange überlegen. „Das war ganz klar die Fotoaktion. Irgendwann kam mir die Idee, das Logo mit Menschen nachzubilden.“ Aus einer zunächst verrückten Überlegung entwickelte sich ein Projekt, an dem 6000 Kinder und Jugendliche aus allen Ortsteilen teilnahmen. Von einem Hubschrauber aus wurde dann das „Foto für die Ewigkeit“ geschossen.

Das zweitägige Festival im Park – mit der Abba-Party, den Auftritten von Max Greger und Anna-Maria Kaufmann sowie dem Feuerwerk – hat er auch noch bestens in Erinnerung. Die Konzerte mit DJ Ötzi und Revolverheld ebenso. Und das Aufstellen des Stadttor-Modells Lange Pforte in Originalgröße. Und die Ausstellung „Eisenart“ im Stadtpark. Eher nebenbei wurde auch der Familientag des Oldenburger Münsterlandes in Friesoythe abgewickelt.

Ein Clou gelang der Stadt Friesoythe auch. Alle Briefe mit den ersten beiden Postleitzahlennummern 26, die durch die Post versandt wurden, wurden ein Jahr lang mit dem 700-Jahre-Logo der Stadt Friesoythe abgestempelt. Sehr zum Ärger der Stadt Oldenburg, die im gleichen Jahr 900-jähriges Jubiläum feierte. „Das fanden viele Oldenburger nicht gut, aber wir waren halt schneller“, sagt Bickschlag.

Es stellt sich abschließend die Frage: Was aus dem Jubiläumsjahr hat bis heute Bestand? „Zunächst einmal die vielen Erinnerungen. Ich glaube jeder weiß noch genau, welche Veranstaltung er besucht hat oder woran er direkt beteiligt war“, sagt Ludger Bickschlag. Er treffe zum Beispiel hin und wieder junge Leute, die als Kinder bei der Fotoaktion teilnahmen und ihm noch heute exakt sagen könnten, wo sie auf dem Bild zu finden seien.

Und dann sind da noch die „handfesten“ Erinnerungen. Wie etwa die 150 Betonklötze, die so manchen Vorgarten zieren. Oder die Taschen, die der Caritas-Verein Altenoythe später aus den Flaggen und der Folie der Stadttor-Nachbildung gefertigt hatten. Oder die Tassen mit dem „700-Jahr-Feier“-Emblem. Oder die Stadtchronik, die Bickschlag als „Meisterwerk der Stadtgeschichte“ bezeichnet und in keinem Haushalt fehlen dürfe. Oder Kunstwerke wie „Eisen 1“ vor der Sparkasse oder der „Angler“ im Stadtpark. Die Liste ließe sich problemlos fortführen. Und der Friesoyther ist überzeugt: „Das Jubiläumsjahr hatte eine große Strahlkraft weit über über die Stadtgrenze hinaus.“

Ludger Bickschlag nahm sich nach Abschluss aller Feierlichkeiten erst einmal Urlaub. „Ich war sehr glücklich, dass alles so gut funktionierte, ich war aber auch total fertig und brauchte nach dem ganzen Trubel etwas Ruhe.“ Die fand er während einer zweiwöchigen Auszeit – im Kloster.

Carsten Bickschlag
Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

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