Friesoythe - Wenn es um 1.30 Uhr bei den Mitarbeitern der Straßenmeisterei Friesoythe klingelt, bedeutet das, dass Väterchen Frost vor der Tür steht. Dann heißt es raus aus dem Bett und rein in die Streufahrzeuge.
Bereits seit dem 15. Oktober ist das Personal für den Winterdienst in Rufbereitschaft und wird es auch noch bis zum 1. April bleiben, sagt Holger Schaaf, Leiter der Straßenmeisterei Friesoythe. Zwar mussten die Mitarbeiter bisher noch nicht Mitten in der Nacht raus, aber das kann ja noch passieren. Zumindest gab es bereits vereinzelt Schnee(regen) zu beobachten.
Zentrallager für Notfälle
Damit im Fall der Fälle auch sichergestellt ist, dass die Straßen frei von Frost und Schnee bleiben, hat die Straßenmeisterei ständig 1000 Tonnen Streusalz auf Lager. Zum Vergleich, dass ist das Gewicht von insgesamt 20 000 Säcken Zement. „Grundsätzlich kann mit der vor Ort eingelagerten Streusalzmenge ein ,normaler’ Winter abgedeckt werden“, sagt Schaaf. Und wenn dies einmal nicht reicht, kann auf 21 000 Tonnen Streusalz in einem Zentrallager in Lingen zurückgegriffen werden. Dieser Sonderfall ist laut dem Leiter allerdings noch nie eingetreten. Auch nicht im Winter 2010/2011 mit außergewöhnlichen Schneefällen und häufigen Einsätzen des Winterdienstes.
Für den Winterdienst stehen der Straßenmeisterei in Friesoythe insgesamt sieben Streufahrzeuge zur Verfügung. „Es handelt sich hierbei um Lastkraftwagen und Unimogs mit Aufsatzstreuautomaten und Schneepflügen“, erklärt Schaaf. Davon werden drei Fahrzeuge von der Straßenmeisterei Friesoythe gestellt. Die weiteren vier Fahrzeuge stellen Fremdunternehmen. Mit dem Fuhrpark wird eine Strecke von insgesamt 376 Kilometern unterhalten, die in sieben Routen des Winterdienstes unterteilt ist. Davon sind 98 Kilometer Bundesstraßen, 118 Kilometer Landesstraßen und 160 Kilometer Kreisstraßen. „Sämtliche Touren beginnen annähernd zur selben Zeit am selben Startpunkt und enden auch annähernd zur selben Zeit“, sagt Schaaf.
Einsatz bei Glättegefahr
Wann der Winterdienst ausrückt, hängt von der Wetterprognose ab. So erhält die Straßenmeisterei Informationen vom Deutschen Wetterdienst, zusätzlich gibt es eine Vielzahl von Straßenwetterstationen, über die die aktuellen Wetterverhältnisse am jeweiligen Standort abgerufen werden können. „Die Wetterprognosen, das tatsächliche Wetter sowie der Straßenzustand werden ständig überwacht. Sollte eine Glättebildung drohen, wird der Winterdiensteinsatz ausgelöst“, sagt der Leiter.
Was dann auf den Straßen gestreut wird, das kommt auf die Temperatur an. Bei bis zu minus zehn Grad ist es Natriumchlorid. Bei niedrigeren Temperaturen werden Calcium- oder Magnesiumchlorid zugegeben. „Dadurch kann eine auftauende Wirkung von bis zu minus 20 Grad Celsius erreicht werden“, sagt Schaaf.
